Mit Maske und Abstand in Geschichte tauchen

Das Plauener Stadtarchiv ist wieder geöffnet. Seit Dienstag kann man bei Archivleiterin Doris Mejler wieder in die Plauener Stadtgeschichte eintauchen. Allerdings nur mit Abstand, Mund-Nasen-Schutz und auf Voranmeldung. Dennoch gibt es schon die ersten Anfragen.

Plauen - Statt 15 Menschen dürfen derzeit nur drei Leser im Archiv des Rathauses Plauen auf Geschichtsforschung gehen. "Es ist aber eine Vorabstimmung telefonisch oder schriftlich, gern auch per Mail, notwendig. Wir versuchen auch, konkrete Anfragen direkt zu beantworten. Eine Eigenrecherche erfolgt nur, wenn die persönliche Erfordernis gegeben ist. Aber gleich am ersten Tag gab es auch dafür erste Interessenten", sagt Doris Mejler. Schon am Dienstagnachmittag war ein erster Plauener vor Ort, der eine persönliche Akteneinsicht benötigte. Die drei Plätze zum Aktenstudium sind extra ausgewiesen, Desinfektionsmittel stehen parat. Auch die Mitarbeiter lächeln die Besucher nur durch eine Mund-Nasen-Bedeckung an - dennoch froh, dass sie Forschung und Recherche nun wieder grundsätzlich ermöglichen können.
Auch weiterhin erteilt das Archiv-Team schriftliche Auskünfte, an Private, Behörden und Wissenschaftler, wie dies auch in den Schließzeiten des Archivs erfolgte. "Zudem haben wir in der Schließzeit weitere Unterlagen erschlossen, für die künftigen Nutzer", verrät die Archivarin, die allerdings auch ein wenig Wasser in den Wein schüttet, was die beliebten Veranstaltungen im Archiv betrifft. "Es gibt schon noch einige Einschränkungen. So bleibt unsere Ausstellung zum Thema Spitzenfest vorerst geschlossen. Auch unsere neu geplante Schau ‚Aus Neugier auf das Fremde. Jugendbewegte Europareisebilder aus dem Nachlass Kurt Mothes‘ muss erst einmal verschoben werden", sagt Doris Mejler.
Gemeinsam mit der Leopoldina-Nationalakademie Halle sollte die Ausstellung ab 23. Juni - also pünktlich zur leider abgesagten "Nacht der Museen" - an den Plauener Naturwissenschaften Kurt Mothes erinnern. Der Vogtländer, an dem neben einer Apotheke im Chrieschwitzer Hang und ein Gedenkbaum in der Innenstadt erinnern, war einstmals Chef der Leopodina.
Zuvor aber ging Mothes auf Reisen, um sich ein Bild von der Welt zu machen. Dabei fertigte er spannende Aufnahmen in ganz Europa, die man in Plauen zeigen wollte. "Weil wir die Abstandsregeln nicht einhalten und eine würdige Vernissage nicht hätten organisieren können, mussten wir schweren Herzens davon Abstand nehmen, die Schau wie geplant zu starten. Für unsere Fans werden wir aber eine erste Online-Ausstellung als Ersatz und zur Einstimmung auf die nur verschobene Ausstellung geben. Ab Juni wird man dieses Appetithäppchen auf der Website des Stadtarchivs sehen können", lockt Doris Mejler die Interessenten ins Netz. ecki