Mit Innovationen raus aus der Flaute

Die Probleme, die Möglichkeiten, die Entwicklung und die Konkurrenten der internationalen Stickereiindustrie sind am Donnerstag auf einer Fachtagung in Plauen thematisiert worden.

Plauen - Mit innovativen Lösungen und qualitativ hochwertigen Produkten will die europäische Stickereibranche raus aus der weltweiten Flaute. Vertreter aus den Textilzentren in Österreich, der Schweiz und Frankreich weilten am Donnerstag zu einer Fachtagung in Plauen. Mehr als 100 Teilnehmer, darunter auch Kunststudenten aus Schneeberg, verfolgten das Symposium, bei dem unter anderem historische Entwicklungen, neue Ansätze und Möglichkeiten sowie Wege aus der Krise thematisiert wurden.

Die Konkurrenz aus Fernost hat sich breit gemacht. Chinesische Billig-Stickereien schwemmen auf den Markt. Die Entwicklung sei besonders bei der österreichischen Spitzenindustrie zu spüren. "Wir müssen die Füße wieder auf den Boden bekommen", sagt Andreas Staudacher, Geschäftsführer der Fachgruppe Stickereiwirtschaft Vorarlberg, die vergleichbar mit der vogtländischen Branche ist, sich allerdings fast ausschließlich auf den Sektor Mode spezialisiert hat und aus mehreren kleineren Firmen besteht. Besonders nach Nigeria werde exportiert, so Staudacher. An der Fachtagung in der IHK Plauen nahm er teil, um sich über die aktuellen Entwicklungen der Firmen im Vogtland zu informieren.

Die Ideen seien zukunftsweisend und beispielhaft. Im Bereich Entwicklung bestehe jedoch Nachholbedarf, hier sei das Vogtland innovativer, meint Christof Naier vom Schweizer Stickmaschinenproduzent Oerlikon Saurer Arbon. "Dies findet in dieser Form in Österreich noch nicht statt." Die Forschung auf dem Gebiet der technischen Materialien wie im westsächsischen Wachstumskern Highstick seien der richtige Weg. Realistisch bewertet, handele es sich bisher allerdings noch um Nischenprodukte. Wenn es in Zukunft nicht gelingt, in großen Stückzahlen zum Beispiel für die Autoindustrie zu produzieren, bleiben es Zusatzprodukte für die Unternehmen, sagt Naier. "Das ist eine große Herausforderung."

Dem Stickmaschinenkonzern tut die Krise besonders weh. Die Neuinvestitionen in Maschinen seien in allen Bereichen in den letzten Jahren auf ein Drittel gesunken. "Dementsprechende Schwierigkeiten haben wir", so Christof Naier. Er blickte gestern in einem Vortrag auf die Maschinen-Entwicklung und die damit verbundenen neuen Anwendungsmöglichkeiten, die weltweit und besonders im Vogtland voll ausgeschöpft werden, heißt es.

Erstmals trafen auf der Plauener Fachtagung Vertreter aus allen Stickereizweigen aufeinander. "Das war bisher nicht so", sagt Beate Schad vom Verein Vogtländische Textilgeschichte Plauen. Zusammen mit dem Verein Deutsches Innovationszentrum für Stickerei Plauen (DIS) organisierte sie das internationale Treffen. Das Fazit fällt positiv aus: "Ich bin zufrieden, die Erwartungen sind weitestgehend erfüllt worden", so Schad. Mit einer Vision setzte Professor Dr. Franz Rudolph vom Innovationszentrum den passenden Schlusspunkt der Tagung. Er schlug vor, sich in diesem Rahmen wieder zu treffen und eventuell mittelfristig ein europäisches Netzwerk zusammen aufzubauen, das an Projekten arbeiten könnte.