Mit Hilfsaktion ein Zeichen gesetzt

Plauen - Nicht alle Kinder haben ein schönes Zuhause, ein Bett oder können täglich in den Kindergarten gehen. Darüber haben sich auch die kleinen Knirpse der Kindertagesstätte "Wirbelwind" Gedanken gemacht und zusammen mit ihren Eltern Geld für Haiti gesammelt.

Gleich nach dem Erdbeben kamen die Erzieherinnen auf die Idee zu spenden. Kurzerhand organisierten die Eltern einen Kuchenbasar. Vier Freitage hintereinander waren die Muttis von jeweils drei Gruppen fleißig. Leckere Kuchen, Muffins, Kekse und Torten lockten und brachten den gewünschten Umsatz.

1450,65 Euro übergab die Kita gestern an das Deutsche Rote Kreuz. Geschäftsführerin Sabine Wunderlich und der stellvertretende Vorsitzende des DRK Plauen/Vogtland, Dittmar Heidel, freuten sich sehr über diese Spende und lobten den großartigen Einsatz. Dem Teamgeist der Eltern sei dieser Betrag zu verdanken, sprach sich die Leiterin des "Wirbelwind", Birgit Wunner, lobend aus.

Stellvertretend für alle übergaben vier Mütter den Scheck an die DRK-Geschäftsführerin, doch vorher stimmten die Kinder noch ihr Lied "Wenn der Tag erwacht" an, das zu jedem größeren Anlass gesungen wird. 212 Kinder besuchen die Einrichtung. Dabei sind sie in 14 Gruppen aufgeteilt - vom Kleinkindalter bis zum elfjährigen Hortkind. In den letzten Wochen wurde sich auch während der Beschäftigungszeiten mit dem Thema auseinander gesetzt. Die Kinder bastelten beispielweise Wandzeitungen oder sammelten Bildmaterial. Dabei wurde natürlich entsprechend ihres Alters gearbeitet.

Das Geld kommt jetzt auf das zentrale Spendenkonto des DRK, um für die medizinische Grundversorgung eingesetzt werden zu können. Aber auch für die Versorgung der Waisenkinder werden dringend Mittel benötigt. Noch mindestens drei Jahre wird das DRK vor Ort in Haiti zu tun haben. Hilfe wird überall benötigt, denn auch das dort ansässige medizinische System sei in einen Ausnahmezustand geraten, sagt Heidel. In Haiti müsse sich genau überlegt werden, welche Hilfsaktionen notwendig sind und vor allem, dass sensibel damit umgegangen werde. So könnte durch eine Werkzeuglieferung mehr Schaden als Unterstützung entstehen, denn vielleicht möchte ja ein Einheimischer selbst Werkzeuge bauen und diese verkaufen, um sich wieder eine Existenz aufzubauen. Die Kita "Wirbelwind" hat damit ein Zeichen gesetzt und bewiesen was möglich ist, wenn alle mit anpacken.

 

In der Vergangenheit habe es immer mal wieder Spendenaktionen gegeben, so auch zur Flutkatastrophe in Südostasien. Doch ein Betrag dieser Höhe sei bisher noch nie zustande gekommen. So darf zu Recht und voller Stolz gesagt werden "gemeinsam sind wir stark". Das wird wohl auch eine Motivation für die Zukunft sein. S. Rössel