Mit der "Tierra" nach Andalusien

Vicente Patiz präsentiert seine nagelneue CD-Produktion "Alegria" in der Göltzschtalgalerie Nicolaikirche Auerbach.

Auerbach - Gitarrist Vicente Patiz ist im Vogtland kein Unbekannter. Der Berufsmusiker aus Johanngeorgenstadt spielte schon öfters in hiesigen Gefilden. Am Freitag gastierte der lebenslustige und musikalisch begabte Mann in Auerbachs Göltzschtalgalerie Nicolaikirche. Dort freute er sich über die vielen Zuhörer und überraschte mit einer Neuigkeit: Patiz präsentiert seine nagelneue CD-Produktion "Alegria", die eigentlich erst im März in den Handel kommt.
Der 43-jährige Musiker liebäugelte bereits in seiner Jugend mit der Bühne. Gitarre spielen konnte er schon damals, doch auch der Sport bestimmte sein Leben. "Genau wie mein Vater bin ich begeisterter Wintersportler. Zunächst sah ich darin meinen Werdegang. Doch die Musik reizte mich ebenfalls", blickt Vicente, der damals noch Jörg hieß, zurück.
Irgendwann fiel die Entscheidung: Patiz wurde im Jahr 2003 Berufsmusiker und bereute es nie. "Ich lebe und liebe meine Musik", so seine Zwischenbilanz. Zehn CD-Produktionen mit jeweiligen Auflagenhöhen von 5000 Stück und Vertrieb über Amazon sind seitdem entstanden. Unzählige Tourneen und Konzerte absolvierte der Künstler im In- und Ausland. "Ich bin deutschlandweit unterwegs, liebe aber auch ferne Länder. Überall habe ich Musik gemacht und Inspirationen für neue Titel entwickelt", so Patiz, der im Herzen aber ein Erzgebirger ist und derzeit ein älteres Wismut-Haus in Bad Schlema ausbaut. "Mit Wohnung und Tonstudio. Das wird mein ganzer Stolz!"
Der Musiker setzt mit seinen Instrumenten mit Nachdruck auf das Vogtland. Vor allem die "Tierra" hat er ins Herz geschlossen. "Tierra" ist eine 42-saitige Harfengitarre, die der in Markneukirchen ansässige Zupfinstrumentenmachermeister Oliver Klapproth exklusiv für Patiz baute. "Die außergewöhnliche Gitarre ist der akustische und optische Mittelpunkt meiner Konzerte. Sie ist ein absolutes Unikat", erklärte der Musiker. "Irgendwann lernte ich den Gitarrenbauer Klapproth kennen, gemeinsam machten wir uns Gedanken. Im Sommer 2013 war es dann soweit. Tierra war fertig", blickt Patiz zurück.
Rund 800 Werkstatt-Stunden dauerte die Entstehungszeit des Wunderinstrumentes, welches Vicente Patiz liebevoll "Tierra" taufte. Seine Wertschätzung für die Gitarre liegt hoch. "Es ist ein handwerkliches Meisterstück. Ich zolle Gitarrenbauer Klapproth größten Respekt. Mit der Tierra kann ich meine musikalische Kreativität voll ausleben", versichert Patiz. Ein teures Stück ist die "Tierra" außerdem, laut Aussage des Künstlers halte er mit der Gitarre den Wert eines Mittelklassewagens in den Händen. "Das viele Geld ist gut angelegt. Die Zuhörer sind begeistert", freut sich der Musiker.
Der Berufsmusiker zählt sich selbst zu einen Weltenbummler mit Gitarre. "Ich habe in vielen Ländern Europas gespielt, besonders in Spanien hat es mir gut gefallen. Im letzten Jahr tourte ich durch Kuba. In wenigen Wochen geht es nach Andalusien, Österreich und Schweden", kündigt Patiz an. Spielen würde er gern einmal in der Hamburger Elbphilharmonie oder der Frauenkirche zu Dresden. Drücken wir dafür die Daumen.     Hagen Hartwig