Mit der Krankheit arrangieren

Plauen - An drei Mal wöchentlich Krankenhaus und die Nebenwirkungen der Behandlung hat er sich mittlerweile gewöhnt. Uwe Splinter aus Reichenbach ist seit 15 Jahren Dialysepatient. ,,Drei Tage in der Woche für viereinhalb Stunden komme ich her. Es gehört halt einfach zu meinem Leben. Aber wir haben auch Spaß hier in unserem Zimmer und verstehen uns gut", sagt der 51-Jährige. Immer sechs Patienten sind gleichzeitig in einem Zimmer. In mehreren Schichten werden hier die Dialysen durchgeführt. Früh, mittags, abends und in der Nacht finden diese statt. Während der Behandlung wird viel erzählt, Fernsehen geschaut oder Radio gehört.

Uwe Splinter muss um dreiviertel fünf aufstehen, zwei Stunden später liegt er bereits an den Schläuchen auf der Neprhologischen Station. Vor 25 Jahren bekam er die Diagnose - Nephrozirrose, Schrumpfnieren, die in der Regel mit einem vollständigen Funktionsverlust des Organs verbunden sind.

Vor 15 Jahren wurde sein gesundheitlicher Zustand so schlecht, dass er mit der Dialyse beginnen musste. Dabei werden harnpflichtige Schlackenstoffe und überschüssiges Wasser aus dem Körper entfernt, die durch die eigene Niere nicht mehr ausgeschieden werden konnten. 1999 bekam er eine Spenderniere. Allerdings wurde diese von seinem Körper nicht gut angenommen und es kamen chronische Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und des Magens hinzu. Seit 2001 kommt er deshalb wieder regelmäßig ins Dialyse-Zentrum nach Plauen.

,,Ich habe eigentlich fast alles mitgenommen, was ging an Erkrankungen. Jetzt arrangiere ich mich eben damit", sagt er, während die Schläuche das Blut aus seinem Körper und wieder zurückpumpen.

,,Wir versuchen schon, die Patienten immer wieder in gleichen Konstellationen zusammenzulegen. So wachsen manchmal richtig kleine Familien, die sich gut verstehen, denn sie verbringen ja zum Teil Jahre miteinander", so die Nephrologin Kathrin Missler. Uwe Splinter geht offen mit seiner Krankheit um. In seinem Umfeld wissen alle Bescheid. Er hat zwei Töchter und vier Enkelinnen, erzählt er lachend wegen der ausschließlich weiblichen Nachkommen. Von seiner Frau ist er geschieden. ,,So eine Krankheit verändert einen sehr. Sicher bin ich sehr empfindlich geworden und habe manchmal jedes Wort auf die Goldwaage gelegt. Das ist nicht gut für eine Beziehung", sagt er.

Wenn er zu Hause ist, besucht er gerne seine Tochter, die nicht weit von ihm in Reichenbach wohnt oder seine Mutter. Die zweite Tochter lebt in Bielefeld. In der anderen Zeit kümmert er sich um seinen Haushalt oder beschäftigt sich am Computer. Auch wenn die Dialyse oft an den Kräften zehrt und an seinem Arm deutliche Spuren hinterlässt, zu einem Späßchen ist er immer aufgelegt und lacht gerne.

Wer mehr über das KfH-Dialysezentrum erfahren möchte, kann am Sonntag von 11 bis 15 Uhr zum Sommerfest kommen. Gefeiert werden 40 Jahre KfH, Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation sowie das zehnjährige Bestehen des Gebäudes in der Röntgenstraße. Es gibt Informationen und ein vielseitiges kulturelles Angebot. Ob Bastelstraße oder Livemusik, die Patienten, Ärzte und Schwestern hoffen auf schönes Wetter und viele Besucher. sr