Mit den Ohren träumen

Er gilt als Erfinder des Konzerttechnos und weiß Menschen auf der ganzen Welt von seinen musikalischen Projekten zu überzeugen. Zum Egolaut Festival kommt er am Samstag in den Club Zooma und wird auch dort für tanzende und ausgelassen feiernde Menschen sorgen.

Plauen - Blomqvist - damit ist kein nordeuropäischer Ermittler gemeint, sondern der Berliner Jan Blomqvist. Er in den 80ern geboren und Berliner Solo-Künstler und Bandleader. Jan hat den Konzerttechno erfunden: Träumerische Vocals und einfache Beats. Mit seiner Band spielt er tanzbaren Elektro-Pop, als Solo-Künstler macht er Clubsoul. Moskau, Paris, Istanbul, Rom, Beirut, Tunis, Neapel, Bukarest, New York sind nur einige Städte, in denen Jan Blomqvist mit Band oder als Solo-Künstler unterwegs ist.

Im Rahmen des Egolaut Festival gibt der Ausnahmekünstler am Samstag sein "Techno-Konzert" im Plauener Club Zooma. Schon Richard Wagner wusste: "Musik ist die Sprache der Leidenschaft." Und auch Jan Blomqvist hat die Liebe zur Musik in die Wiege gelegt bekommen. Als Sohn von Hippie- Eltern, in der ländlichen Gegend von Niedersachsen groß geworden, spielte er viel auf seiner Gitarre. Klar - anstatt zu weinen, ist es besser zu singen.

Die erste Band gründete er in einem Bauwagen. Mit Punkrock verdiente er seine ersten Gagen. Dann kam Techno, die DJs und die Liebe zum Bass. Radiohead Open-Airs, der legendäre Berliner Club "Bar25", After Hours - die Nächte wurden sein Tag. Damit lässt sich ein Raumfahrttechnik- Studium und ein Lehrerdasein nun wirklich nicht verbinden.

Aber warum nicht einfach Techno und Clubs mit Konzerten verbinden? Gesagt getan - friemeln, frickeln, tüfteln, texten, einspielen und singen. "Die Langeweile in den Clubs aufbrechen, das Konzertgefühl auf den Dancefloor bringen, mit einfachen Vocals und minimalen Beats. Rock?n?Roll im Club. Klang-Träumereien Alles ganz einfach halten und im Detail die Finesse einbauen", wie er seine Leidenschaft beschreibt.

Und so spielt er sich durch die größeren und kleineren Clubs in Deutschland, Europa und mittlerweile weltweit. Es ist ein minimalistischer, deeper Technosound gepaart mit Pop und schraffiert mit zarten Vocals, von ihm selbst oder bekannten Interpreten. Dabei ist es nicht der perfekte Sound, der den Track ausmacht - die kleinen Ecken und Kanten sind es. Die einen summen es beim Tanzen einfach mit und die anderen fangen an, darin aufzugehen und zu philosophieren. Egal ob bei "Ink", "Black Hole Nights", "I Don?t Think About You" oder "Something Says". Dabei geht es meist um Zwischenmenschliches, Sinn, Zeit oder etwa die Kontrolle, die unsere Emotionen dominiert.

Die aktuelle Single "Time Again" beherrscht klanglich schon eher eine recht fröhliche Grundstimmung. Die handgespielte Gitarre verhilft dem typischen, tiefen Bass zu einer herrlichen Leichtigkeit. Man überträgt das Gesungene, tanzend in sein Leben. Weinen, Lachen, Träumen - was denn nun? Man weiß es nicht, es passiert mit einem - der Sound nimmt mit. Im Zweifelsfall einfach mittanzen.

Club-Soul live

Neben dem legendären "Rooftop-Konzert" auf dem Berliner Weekend-Club, seinen gefeierten Auftritten mit Band oder eben der ganz kleine, intime Gig als "Einmann-Orchester" - seine Art das "Konzert-Techno" zu vollführen ist einmalig in der Szene. Das Ergebnis sind über 350 Gigs in viereinhalb Jahren, die aktuelle EP "Time Again", ein fertiges Album (Release Februar 2016), die erst kürzlich abgeschlossene US-Tour sowie im November eine Karibik-Tour mit drei Gigs in Mexiko.

"Es ist schön, dass ich auf meinen Reisen immer wieder Leuten begegne, die mit Leidenschaft und Herz bewundernswerte Dinge erschaffen. Der Club Zooma ist definitiv so ein Ding. Ich hoffe, ich habe noch Mal die Ehre, dort zu spielen". Und so erweist er uns am Samstag im Rahmen des Egolaut-Festivals im Vogtland die Ehre. Seine "Konzerte" sind emotional, authentisch, eindringlich und bahnen sich zärtlich ihren Weg durch das Ohr direkt in den Kopf. Also, wer ein ganz besonderes Konzert- Erlebnis möchte, sollte sich am Samstag ab 22 Uhr im Plauener Club Zooma einfinden.