Mit dem Schuh in die neue Zeit

"Brücken verbinden. Sie sind wichtig für die Gesellschaft", so formuliert der Ellefelder Künstler Matthias Zängerlein sein Anliegen, das seine Arbeiten prägen. Auch sein Schuh-Projekt verbindet.

Ellefeld -  Brückenelemente, in Ölkreide gemalt, geformt mit Pappe oder Yton, einem künstlichen Kalksandstein, fotografiert und digitalisiert, machen den Großteil seines Schaffens aus. Auch sein Schuhprojekt aus Pappe, er hat erst kürzlich damit begonnen, lässt verbindende Brücken erkennen. Vielleicht hat er sich schon beim Entwurf von den Brücken über die Göltzsch in Ellefeld inspirieren lassen? Sie gefallen ihm besonders gut. Der etwa ein Meter große Schuh, der er einmal werden soll, will sagen: "Wir gehen in eine neue Zeit", und der Meister fügt hinzu: "Ellefeld ist dabei. Hier wird für jeden etwas getan, hier fühlt man sich wohl". 
Matthias Zängerlein lebt und arbeitet mit seiner Ehefrau Brigitte seit 2004 in deren Elternhaus in Ellefeld. Als Jugendlicher zog der gebürtige Adorfer mit seinen Eltern vor dem Mauerbau 1961 nach Westdeutschland, studierte an der Kölner Werkschule und der Fachhochschule für Kunst und Design. 
"Eigentlich wollte ich Maler werden, habe dann als Bildhauer angefangen und beschäftige mich heute mit den verschiedensten Techniken und Materialien", so der 72-Jährige. Wohnhaus, Atelier, Garten und Garagen sind zu Ausstellungsräumen seiner Arbeiten geworden. Sie sind für alle Kunstinteressierten zugängig. Sein Atelier "Nawasnagut", ein typisch vogtländischer Ausdruck, verdeutlicht die Verbundenheit zu seiner Heimat. 
Doch Zängerlein hat auch andere Länder bereist, dort ausgestellt und Kontakte mit anderen Künstlern und Kunststätten geknüpft. Damit hat er Brücken geschlagen. Reich an Erfahrungen zurückgekehrt, baut er jetzt darauf auf. Und das zeigt sich auch bei seinem Schuhprojekt. An der Wand der Garage hängt eine erste Skizze. Davor auf einem Tisch große und kleine Kartons, teils abgemessen und zugeschnitten. Die Schuhspitze wird eine Schnabelform bekommen. Unter dem Absatz ist eine Brücke als verbindendes Teil zur Schuhsohle erkennbar. Ob das fertige Teil dann auch so aussehen wird, dazu will sich Zängerlein nicht festlegen. 
"Wenn ich mit einer Arbeit beginne, weiß ich nicht, was am Ende rauskommt. Zwischendurch habe ich immer wieder neue Ideen", sagt er. Wie der Schuh einmal aussehen könnte, präsentiert er schon mal der Öffentlichkeit. Die Gäste des Speisewagens am Ellefelder Marktplatz können sich das Teil, abgebildet auf einem der aufgestellten Tische beim Verzehr ihres Imbisses anschauen.
Brücken schlägt Matthias Zängerlein auch zur jungen Generation. Für Kinder und Jugendliche gibt er Kurse, auch an der Ellefelder Grundschule. "Ich gebe den Kindern nicht vor, was sie machen sollen. Da verlieren sie schnell die Lust. Sie sollen kreativ arbeiten und Freude haben. Dabei berate ich sie", so Matthias Zängerlein.     gl