Mit Bühnenpräsenz und Freude

Julia Hell, seit 2016 am Theater Plauen-Zwickau, erhielt am Freitag zur Eröffnungsgala im Vogtlandtheater den Nachwuchsförderpreis, ausgelobt von Plauens Theaterförderverein und seiner Stiftung und dotiert mit 500 Euro.

Plauen Fast zu Tränen gerührt und mit ihrer nicht minder begeisterten Mutter in der ersten Reihe nahm am Freitag Julia Hell ihren Preis entgegen. Glückwünsche gab es von Friedrich Reichel, dem Vorsitzenden des Plauener Theaterfördervereins, dem Generalintendanten Roland May, der Oberspielleiterin Maxi Ratzkowski und Dr. Lutz Behrens, dem Vorstandsvorsitzenden der Theaterstiftung. Reichel hatte die Neuorganisation des Preises bekanntgegeben, der in Zukunft einmal als dotierter Nachwuchsförderpreis und zum anderen als Theaterpreis vergeben werden wird. Der Förderpreis trägt den Namen Edith Löwel, der Hauptpreis ist nach Hans Löwel benannt und wird im nächsten Jahr überreicht werden. Zu Hans und Edith Löwel, den gebürtigen Plauener Mäzen und die einstige Soubrette am Plauener Stadttheater, sprach Behrens. Die Laudatio oblag Maxi Ratzkowski.
Sie betonte, dass die Zusammenarbeit mit Julia Hell eine große Bereicherung für das Ensemble und das Theater Plauen-Zwickau darstelle. "Denn Julia Hell ist eine Schauspielerin, die das Theater in all seinen Dimensionen und vor allem als Teamwork begreift. Eine Schauspielerin, die Facettenreichtum und Wandelbarkeit, Intensität und eine unglaubliche Bühnenpräsenz mitbringt. Mit Herzblut und Freude übt Julia Hell ihren Beruf aus, ist stets wissbegierig und immer daran interessiert, sich weiterzuentwickeln." Genannt wurden zudem ihre gesanglichen Fähigkeiten.
So habe sie im vergangenen Sommer im Parktheater als Hauptfigur im Musical Love Me Tender das Publikum bezaubert. Gerühmt wurden ihre Darstellung der Ophelia in Shakespeares Hamlet, genauso wie die des Rollers in Schillers Die Räuber. Textgewandt und wandelbar habe sich Julia Hell zudem als Amme in der Medea und als Natalia Iwanowna in Tschechows Drei Schwestern präsentiert.
Beim jungen Publikum sei Julia Hell, so Maxi Ratzkowski, seit der Inszenierung Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt ein kleiner Star - als Oma Eierschecke gleichermaßen wie als Emil Zahnlücke. Das verstärkte sich noch durch ihre kesse Prinzessin im König Drosselbart und natürlich die energiegeladene Luise Pogge in Kästners Pünktchen und Anton. Mit einem Wort: "Julia Hell ist keinesfalls auf ein Genre oder einen Spieltyp festgelegt und sie gibt auf der Bühne immer einhundert Prozent. Im Abendspielplan genauso wie im Kindertheater, in großen gleichermaßen wie in kleineren Rollen."       lbeh