"Mister Gänsehaut" begeistert

Stefan Gwildis - der "Soulman" aus Hamburg war kaum auf der Bühne im ausverkauften König Albert Theater, als er mit grandiosem Applaus begrüßt wurde - vor allem von seinen größten Fans in den Reihen der Zuschauer, die auch gerne von weiter Ferne anreisten.

Von Steffen Adler

Bad Elster Stefan Gwildis - der "Soulman" aus Hamburg war kaum auf der Bühne im ausverkauften König Albert Theater, als er mit grandiosem Applaus begrüßt wurde - vor allem von seinen größten Fans in den Reihen der Zuschauer, die auch gerne von weiter Ferne anreisten. Mit viel Humor begrüßte er aber auch all jene, die ihn noch nicht live erlebt haben und verblüfft mit Kenntnis der Ortsnamen: "Ist auch jemand aus Adorf und aus Bösenbrunn hier?" Schon erntet er Sympathien und begrüßt ganz herzlich auch noch Bruno aus Mittweida und Doris aus Crimmitschau, bevor er mit einem seiner bekanntesten Songs "Mach die Musik so laut, wie du kannst" das erst Stimmungshoch krönte.
"Als wir Anfang der 90er Jahre Jazz mit deutschen Texten in den Radiostationen präsentierten, war das recht erfolglos. Genauso wie unsere ersten Tourneen", blickt Stefan Gwildis zurück, als er von 1992 bis 1995 Sänger und Gitarrist bei den "Strombolis" war. Dann startete er 2003 mit deutschen Neubearbeitungen von Soul-Klassikern ein neues Projekt und ist mit zahlreichen Fernseh- und Konzertauftritte bekannt geworden. Mit seiner Ballade "Keines Menschen Auge" - eine großartige Coverversion von "Caruso" des italienischen Jazzmusikers Lucio Dalla" - präsentiert er ein hervorragendes Beispiel, wie er unglaublich authentische Soul-Musik mit deutschen Texten zum Erfolg führte. Vor allem aber überrascht Gwildis mit besonderen Eigenkompositionen, die er aus den Alben der letzten Jahre darbot.
Mit dem Wohlklang einer angenehm warmen Stimme bis zum Krächzen einer Reibeisens und mit stimmlich akustischen Nachahmungen von Drums und Bass bis Posaune kreiert er seine Songs über die Liebe und die Höhen und Tiefen sowie Träume des Lebens. Begeleitet wird er in einer gelungenen Mischung aus Soul, Jazz und Rock'n' Roll von Achim Rafain am Bass, Martin Langer am Schlagzeug und Tobias Neumann am Piano. "Kommt raus aus den Sitzen - Let's Dance!" animiert er erfolgreich die Zuschauer zum Klatschen und Wippen oder auch häufigen Mitsingen bei Songs wie "Sie ist so süß, wenn sie da liegt und schläft" oder "Sie lässt mich nicht mehr los". Neben sehnsuchtsvollen Liebeserklärungen in Songs, wie "Mein Meer" überzeugte der auch als "Mr. Gänsehaut" betitelte Sänger ebenso mit melancholischen Stücken, wie "Was ist denn schon dabei" und "Der Einsame" nach einem Text von Heinz Erhardt. Besonders tiefgründig sind seine Texte in dem Lied "Alles dreht sich" über den Fluss des Lebens und in dem Song "Handvoll Liebe", den er auch speziell dem aktuellen Flüchtlingsthema widmete.
Mit purem Power präsentiert Gwildis abschließend außerdem sein leicht frivoles "Lass mal ruhig den Hut auf" und "Mond über Hamburg" über das Nachtleben im Hamburger Kiez sowie mit "Schlaf ein" ein Schlaflied mit makabren Ausgang, bevor am Ende das augenscheinlich hocherfreute Publikum einen großartigen Applaus spendete.