Mißlareuth feiert seinen 725. Geburtstag

Reuth/Mißlareuth - Eine Urkunde der Vögte vom 19. Februar 1289 erwähnt erstmals die Kirche Mißlareuths. Die Ortsvereine - deren Aktivitäten bei Ortsvorsteher Thomas Schnabel zusammenlaufen - haben dies zum Anlass genommen, den 725. Geburtstag des Reuther Ortsteiles das gesamte Jahr über mit vielfältigen Veranstaltungen würdig zu begehen.

Den Auftakt bildete am Samstag ein Eröffnungskonzert mit dem "Consortium Musicum" Plauen organisiert vom Kirchenvorstand. Pfarrerin Sabine Stepper: "Natürlich war es für die Kirchgemeinde Ehrensache neben dem Kirchgemeindefest auch den Beginn und das Ende der Veranstaltungsreihe zu übernehmen, die sich bis in den Dezember erstreckt. Ist doch der Auslöser für das Fest die Ersterwähnung der Kirche, die heute dem Heiligen Johannes geweiht ist." In einer abwechslungsreichen Folge von religiösen und weltlichen Melodien aus der Renaissancezeit boten neun Instrumentalisten und ein 17-köpfiger Chor des "Consortium Musicum" unter Leitung von Dietrich Heroldt ein farbiges Programm. Wer weiß schon heute, das zum Beispiel die Melodie "Tanzen und springen" auf Hans Leo Hassler zurück geführt wird. Er schuf sie am Ende des 16. Jahrhunderts, als es üblich wurde, musikalisch auch weltliche Ansprüche zu erfüllen.

Es gehört für die Instrumentalisten buchstäblich zum guten Ton, ihre Darbietungen auch - so weit es möglich ist - mit Instrumenten vorzutragen, die es in der Zeit der Renaissance gab. So bildeten vornehmlich diverse Blockflöten, das Schlagwerk und das Krummhorn einen großen Teil der tonerzeugenden Instrumente, die durch modernere wie Oboe, Fagott oder auch Geige und Cello ergänzt wurden. Die etwa siebzig Besucher des Konzerts nahmen das Konzert begeistert auf und spendeten einen Sonderbeifall nach einem Solo von Marion Seifert und als sie gemeinsam mit dem - wie es Moderator Dirk Hellwig nannte - hausgemachten Nachwuchs Coralie Hellwig und Denise Rausch ein Blockflötenstück vortrug.

Die Moderation selbst führte die Gäste in die jeweiligen Stücke und die musikalischen Gewohnheiten zur Zeit ihrer Entstehung vor rund 400 Jahren anschaulich ein. "Ich glaube im Namen aller zu sprechen. Die Blumen für das Consortium Musicum sollen ein kleiner Dank für ihr Konzert in unserem Gotteshaus sein, in dem sie ja schon zur 700-Jahrfeier gastierten. Vielleicht haben wir ja in 25 Jahren wieder das Vergnügen, ihr Ensemble zur 750-Jahrfeier begrüßen zu können", verabschiedete Schnabel die Musikanten. jpk