Ministerin: Kostenlose Sprachkurse für alle Migranten

Mehr als 50 Besucher nahmen an einer Gesprächsrunde zum Thema "Integration und Ehrenamt" teil. Zwei SPD-Politikerinnen luden dazu ins Haus Vogtland ein.

Plauen - Im Haus Vogtland im Plauener Behördenzentrum begann Staatsministerin Petra Köpping (SPD) mit einem Vortrag zur Thematik, zu dem sich rund 50 Besucher einfanden, die sich nur wenig später in die Gesprächsrunde mit zahlreichen Fragen rund um Integration, Asyl, ehrenamtliche Arbeit und Sprachkurse einbrachten.

Auf Einladung der SPD-Landtagsabgeordneten Juliane Pfeil, die die Veranstaltung eröffnete und moderierte, sprach die Staatsministerin zunächst über ihre politischen Erfahrungen, ehe sie zum Kern des Integrationsdialogs kam: So informierte sie unter anderen über ein Berufsanerkennungsverfahren für Asylsuchende und Flüchtlinge, um diese schneller in den Arbeitsmarkt bringen zu können und legte neueste Zahlen und Statistiken vor.

Demnach rechnet Sachsen mit mehr als 20.000 Asylsuchenden und Flüchtlingen. "Die Landkreise müssen dringend Unterbringungs- und Integrationskonzepte erarbeiten", mahnte die Ministerin für Gleichstellung und Integration an. Auch die Dauer der Asylverfahren solle drei Monate nicht übersteigen.

Unter den Besuchern weilten auch drei Flüchtlinge, die auf Englisch einforderten: "Wir wollen kein Geld! Wir wollen unsere Fähigkeiten nutzen, nützlich sein und arbeiten." Wie die Ministerin bestätigte, sind viele der hierher geflüchteten Menschen sehr gut ausgebildet und verfügen mitunter über Universitätsabschlüsse.

Weitere Fragen aus dem Publikum betrafen die Bereitstellung von Deutschkursen sowie die ärztliche Versorgung von Asylsuchenden und Flüchtlingen. Nach den Vorstellungen der SPD sollten kostenlose Sprachkurse für alle Migranten angeboten werden, unabhängig von deren Aufenthaltsstatus.

Nachholbedarf gibt es auch im Bereich der Gesundheitsversorgung. Petra Köpping tritt für eine bundesweite Lösung ein, um Arztbesuche leichter ermöglichen zu können. Bisher ist nur eine Notfallbehandlung unter großen bürokratischen Hürden möglich.

Am Rande des Integrationsdialoges präsentierten sich zum "Markt der Möglichkeiten" ein halbes Dutzend Vereine, Initiativen und Organisationen aus der Region. Darunter waren neben dem Fanprojekt Plauen-Vogtland und dem AC Atlas Plauen auch der VFC Plauen mit Vertretern seines Integrationsteams dabei. Auch Vivere, das Jobcenter Vogtland und der Arbeitskreis für Migration und Integration präsentierten ihre Angebote. E.H.