Minister bringt in Weischlitz Geld für Abriss mit

Sicherheitsleute und Polizei vor dem Weischlitzer Gemeindeamt - und gerade deshalb gab es am Freitag allen Grund zur Freude. Sachsens Innenminister Dr. Albrecht Buttolo kam und brachte 281 483,08 Euro mit. Somit ist der Abriss der alten Industriebrache in der Unteren Burg in Sack und Tüten. Die 90-prozentige Förderung setzt sich aus 75 Prozent des EU-Programms sowie 15 Prozent aus dem Landesprogramm zur Beseitigung von Brachen zusammen.

Das Gebäude wurde einst als Blechnerei erbaut, diente im Weltkrieg der Montage von Cockpits für Messerschmidt-Flugzeuge, war danach Getreidelager und Erfassungsstelle. Nach und nach wurde es marode und wird seit Mitte der 1980er Jahre nicht mehr genutzt. Seit 2005 ist die Gemeinde für die Industriebrache zuständig. Um nicht jährlich Unsummen für die Sicherung investieren zu müssen, wurde auf Geld aus dem Landesprogramm zum Abriss gehofft. Allerdings hatte man sich in Weischlitz keine großen Hoffnungen gemacht. Bürgermeister Steffen Raab holte CDU-Landtagsabgeordneten Andreas Heinz ins Boot und prompt sei die Sache ins Rollen gekommen.

Raab, der sich wie ein "kleiner Junge zu Weihnachten" fühlte als der Minister die Summe bekannt gab, freut sich sehr über den positiven Ausgang und ist Andreas Heinz dankbar für den Einsatz, den er für den Ort bewiesen habe. Dabei betonte Heinz, doch auch eine Bindung zum Ort zu haben, habe er doch viele Jahre hier gelebt.

Nach dem förmlichen Teil und einem Eintrag ins Buch der Gemeinde, machte sich Minister Buttolo vor Ort ein Bild. Was sagte er zum Getreidelager? "Ich muss nicht mehr rein, ich bin überzeugt von dem, was ich von draußen gesehen habe. Es ist doch gut, dass nun der Abriss erfolgt." Auch WTU-Chef Wolfgang Stark ist froh. Seine Firma grenzt direkt an das alte Lager an. Erleichterung habe sich auch bei seinen Angestellten breitgemacht.

Schritt für Schritt solle nun Planung und Vergabe erfolgen. Vor Ende März, Anfang April werde jedoch nicht begonnen werden können. Bedingung der Fördermittelvergabe sei die Erledigung bis 31. Dezember 2010. Im übernächsten Winter werden die Bewohner am Weischlitzer Ortsausgang freien Blick auf die verschneiten vogtländischen Hügel haben. sr