Millionen-Investition in die Zukunft

Knapp fünf Millionen Euro investiert die Agrargenossenschaft Weidagrund mit dem Bau eines Milchviehstalls mit acht Melkrobotern. Die Zahl der Milchkühe wird nicht erhöht. Warum die Landwirte von einer Investition für die Zukunft sprechen.

Von Simone Zeh

 In den nächsten Tagen startet der Neubau eines neuen Milchviehstalles der Agrargenossenschaft Weidagrund e.G. am Betriebsstandort Ranspach. Stilecht mit Milch aus dem eigenen Betrieb wurde im kleinen Kreis auf den Baubeginn angestoßen. Vorerst in einer Pappkiste - die aus Edelstahl ist noch nicht fertig - präsentierte Geschäftsführer Stephan Pissors alles, was für die Nachfahren im Beton versenkt werden soll: eine Chronik des Betriebes, der aktuelle Betriebsspiegel, Münzen, die aktuellen Tageszeitungen und ein Mini-Erdachsen-Kräuterlikör. Auf anderthalb Hektar Fläche oberhalb des Ranspacher Betriebsgeländes wird gebaut. Die Fläche wurde vom Anbau frei gehalten, ringsum wächst der Raps. "Wir haben ein Investitionsvolumen von 4,9 Millionen Euro", umriss Pissors die Größe des Bauvorhabens.Dabei wird von Fördermitteln vom Freistaat ausgegangen. "Wir rechnen mit hoher prozentualer Wahrscheinlichkeit damit." Im Juli wird der Bescheid erwartet.
605 Kühe hat der Betrieb gegenwärtig. "Die Zahl wird sich nicht erhöhen", so Uwe Seiler, der für die Milchproduktion verantwortlich zeichnet. "Wir wollen nicht mehr Kühe, sondern beste Bedingungen." Der neue Milchviehstall soll mit acht Melkrobotern ausgestattet werden, dazu Kraftfuttersilo und Treibweg. Im vorhandenen Milchviehstall sollen dann die Jungtiere untergebracht werden. Der Anbau ist für Kühe gedacht, die frisch abgekalbt haben. Wegen einer nötigen intensiveren Betreuung werden diese im sogenannten Repro-Stall gehalten. Dazu kommt eine Technikhalle. "Wir wollen einen einzigen Tierstandort schaffen", blickte der Geschäftsführer voraus. Bisher hatte man mehrere, wie etwa auch in Unterreichenau. Zukünftig will man somit Futter-und auch Tiertransporte vermeiden. Die Kühe liegen zukünftig auf Sandbettwaben und nicht mehr auf Gummimatten. Über Rohrleitungen werden die Boxen von oben mit Häckselstroh eingestreut.
Für die Agrargenossenschaft Weidagrund ist es eine Investition in die Zukunft. "Es ist zwar kostenintensiv", so Pissors, zugleich sei es aber wirtschaftlich die günstigere Variante, auch langfristig auf 25 bis 30 Jahre gerechnet. Und: Man kann auch von einem Ersatzneubau sprechen. Das vorhandene Melkkarussell ist bereits 23 Jahre alt, die Ställe an den anderen Standorten müssten saniert, Dächer erneuert werden. "Das Projekt ist drei Jahre gereift", sagte Stephan Pissors. "Wir haben uns auch nicht in der Krise beirren lassen." Noch in diesem Jahr soll vor Winterbeginn das Dach auf dem neuen Stall sein. Nächstes Jahr im Sommer soll der neue Milchviehstall in Betrieb genommen werden.