Milchgut Triebtal KG setzt auf Technik

Trieb/Falkenstein - Füttern, melken, kraulen: In den Ställen der Milchgut Triebtal KG bei Falkenstein geht fast alles automatisch. Acht Melkroboter versehen rund um die Uhr ihren Dienst - der neunte befindet sich im Aufbau.

 

Die Kühe begeben sich zum Melken in Boxen, und das absolut freiwillig und selbstständig. Kein Wunder: Hier wartet auf sie hochwertiges Futter. Während sich die Kühe mit sichtlichem Appetit über diese "Delikatessen" hermachen, bewegt sich der Melkarm unter ihren Euter, welches mit Hilfe eines Senders gescannt wird. Der Arm der Maschine findet zielsicher die Zitzen und setzt den Melkschlauch an.

 

Alle Daten des Melkvorgangs werden per Computer erfasst und ausgewertet. Mehrere Stunden müssen zwischen den einzelnen Melkvorgängen vergehen, vorher lässt ein Mechanismus die Kuh nicht in die Box. Trotzdem besteht tatsächlich so etwas wie Entscheidungsfreiheit für die Tiere, denn die Melkboxen können sie rund um die Uhr nutzen.

Sogar der Gesundheitszustand der Kühe kann mit der neuen Technik besser überwacht werden. Ist der Melkvorgang nicht normal abgelaufen, werden die Tierpfleger darüber ebenso informiert wie über die Milchmenge und deren Qualität. "Durch diese Technik bekommen wir jährlich 10 000 Liter Milch pro Kuh bei einem Bestand von rund 650 Tieren", ist das Fazit von Ulrich Stöckel, einer der beiden Geschäftsführer des Milchgutes.

Die alte Melkanlage hatte nach 20 Jahren ausgedient. Man entschied sich für den Einsatz von Melkrobotern - in dieser Größe eine fast einmalige Sache in Deutschland. Die Verkettung, vom Melken bis zum Abtransport der Milch war eine logistische Herausforderung. Die Technik musste für dieser Größenordnung erst angepasst werden. Auch für die 24 Mitarbeiter stellte die Umstellung der Anlage eine neue Herausforderung dar. "Die Handarbeit gerät weitgehend in den Hintergrund. Die Überwachung der Tiere, die Bedienung und die eventuelle Fehlerbeseitigung der Anlage sind heute Hauptaufgaben unserer Tierpfleger", so die zweite Geschäftsführerin Nicole Andermann.

Seit einem Jahr sind die Melkroboter im Einsatz und erhöhten deutlich die Wirtschaftlichkeit des Landwirtschaftsbetriebes. Doch damit nicht genug. Frische Milch gibt es nicht nur vom Euter. Seit fast drei Jahren kann sich jeder seine Milch am Eingang zum Betrieb an einem Automaten holen. "Frischer geht es wirklich nicht", so Ulrich Stöckel. In Bayern und in der Schweiz sind solche Automaten auf vielen Höfen zu finden, von dort stammte die Idee. Mit einem mitgebrachten Topf oder einer Flasche kann jeder so viel er will, Frischmilch zapfen. Ein Schild am Automaten weist darauf hin, dass die unbehandelte Rohmilch vor dem Verzehr auf 72 Grad erhitzt werden muss und innerhalb von drei Tagen verbraucht werden sollte. Eine gute Idee, hat doch der Frischmilchautomat eine Menge Stammkunden. mm