Messner - Alpinist, Abenteurer, Buchautor

Er ist der Mensch, der als erster und einziger Bergsteiger alle 8000 Meter hohen Gipfel der Welt bestiegen hat. Nicht nur das, er hat diese Berge allesamt ohne Hilfsmittel wie eine Saustoffmaske bezwungen. Reinhold Messner, Alpinist, Abenteurer und Buchautor weilte jetzt in Plauen - die Festhalle war ausverkauft.

Plauen - Der 69-Jährige in hellbraunem Sakko und Jeans, ein Typ mit immer noch vollem Haar und kräftigem Bart steht konzentriert, ruhig und gelassen auf der großen Bühne, über zwei Stunden fast an derselben Stelle, referiert er mit wohlklingender Stimme mit feiner südtirolischer Note zu den über 1000 Besuchern. Die lauschen einer lebenden Legende und spüren: Hier spricht einer, der Unglaubliches erlebt und gemeistert hat.

Zur visuellen Unterstützung seiner Worte hat Messner zahlreiche Bilder mitgebracht, die auf eine große Leinwand projiziert werden und den Betrachter ahnen lassen, welche Landschaften der Mann da auf dem Podium schon erblickt und durchquert hat. Felswände am Stück mehr als 3000 Meter hoch, Eiswüsten mit verschneiten Ebenen. Messner erzählt nüchtern-sachlich, ab und an i rührend emotional, wie es ihm einfiel, aus dem Bergsteigen mehr als nur eine Freizeitbeschäftigung zu machen, von Gipfel zu Gipfel immer neue Ziele auszuwählen und eine einleuchtende Strategie zu entwickeln dies zu erreichen.

Wenn es bei umfassender, genauer Vorbereitung und nüchterner Herangehensweise fern jeder Euphorie machbar ist, einen 8000er wie den Mount Everest zu besteigen, ist das auch für alle anderen möglich, so der Tiroler Experte cool. Messner machte im späteren Verlauf seiner Karriere öfters "sein Ding am liebsten allein", sagt er. "Man muss nur auf sich aufpassen, man muss nicht auf jemand anderen aufpassen. Aber man kann die Freude nicht teilen."

Messner sammelt Berg und Berg. Bald überlegt sich der Südtiroler neue Herausforderungen. Die Antarktis durchquert er mit Arved Fuchs, einem Seemann und Polarforscher. Es folgen Grönland und die Wüste Gobi.

Um seinem Publikum die gigantische Dimension der Antarktis zu beschreiben, berichtet Messner einmal auch nicht von seinem Schaffen, sondern von der Nimrod-Expedition von 1907 bis 1909 unter der Leitung des Polarforschers Ernest Shackleton. Zwei Jahre Entbehrungen, Überwinterung, der Verlust des Hauptschiffes, Überleben, Hoffnungslosigkeit und doch Rettung beschreibt Messner poetisch schön und wohl formuliert. Dieser ungewöhnliche Mann betrieb das Bergsteigen als psychische und physische Selbsterfahrung.

Er erlitt Verluste - sein Bruder starb bei einer Expedition, er verletzte sich oft, hatte Erfrierungen, sieben Fußzehen verlor er. Und er setzte das Ausloten seiner Kräfte danach fort wie er auch seine Selbstvermarktung akribisch perfekt organisierte. Zahleiche Bücher hat er geschrieben, von denen er einige auch in Plauen dabei hat und für seine Fans eifrig am Autogrammschreiben ist, auch in der Pause seines Vortrages, ruhig, gelassen, freundlich und sympathisch. Messner kommt an.

Viel Beifall, viele Autogrammwünsche in allerlei Bücher seines Schaffens. "Uns gefällt wie der immer Grenzen ausgelotet und die Gipfel bezwungen hat", sagten Sandra Drechsel und Susanne Lemme, die mit ihren Freunden auch dem Wandern und Bergsteigen zugetan sind. "Wir wollen jetzt ins Berchtesgadener Land auf eine Hütte", berichteten sie, die sich schlicht Haselbrunner Gruppe nennen. Der Watzmann ist das Ziel. va