Merkel dankt Helfern in Greiz

Die braunen Fluten ziehen sich langsam aus dem Vogtland zurück. Beim Beseitigen der Schäden soll es finanzielle Hilfe geben. Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte am Dienstag Greiz und schaute sich die Schäden und die Aufräumarbeiten nach der Flut an.

Greiz/Plauen - Im Vogtland entspannt sich die Situation. Die Menschen können in ihre Häuser zurück und beginnen mit dem saubermachen. Zum Abschluss ihrer Reise durch besonders stark vom Hochwasser betroffene Gebiete hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag in Greiz bei den Helfern bedankt und den Opfern noch einmal finanzielle Hilfe zugesichert. Es sei beeindruckend, wie angesichts der Katastrophe alle zusammenstehen und einander helfen, sagte Merkel bei ihrem Besuch in der Schlossstadt. In Passau, Pirna und Greiz habe sie überall die gleiche kämpferische Atmosphäre erlebt: "Wir lassen uns nicht unterkriegen, auch wenn die Natur ihre harte Seite gezeigt hat."

In Greiz erreichte der Wasserspiegel nach Behördenangaben die historische Rekordmarke von mehr als 5,50 Meter und überflutete Teile der Neu- und Altstadt. Bürgermeister Gerd Grüner (SPD) und Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) hatten vor Merkels Besuch unbürokratische Hilfen von Bund und Land angemahnt. In einer ersten Schätzung bezifferten sie die Schäden für Stadt und Landkreis auf zusammen mindestens 20 Millionen Euro. Vieles komme aber erst noch zutage.

"Wir werden durch Bundes- und Landeshilfen unbürokratisch helfen, die Schäden zu beheben", bekräftigte Merkel. Dabei verwies sie auf das Soforthilfeprogramm des Bundes in Höhe von 100 Millionen Euro. Die Länder sollen sich in gleichem Umfang beteiligen. Das Geld solle auch Privatleuten und Gewerbetreibenden zugutekommen. "Wir haben zum Teil in den Flutgebieten Wohnungen, die gar nicht mehr hausratversichert sind", sagte Merkel zur Problemlage in den betroffenen Regionen.

Die 100 Millionen Euro sollen aus den Haushalten mehrerer Ministerien kommen, darunter das Innen-, das Wirtschafts-, das Verkehrs- und das Landwirtschaftsressort. Das Finanzministerium koordiniert das. Derzeit wird verhandelt, wohin wie viel Geld fließen wird. Nach einem Hubschrauberflug über das überschwemmte Passau hatte Merkel versprochen: "Wenn Bayern heute kommt und mehr Geld braucht, lassen wir mit uns reden." In Sachsen hat das Kabinett in Dresden ein Soforthilfeprogramm über 30 Millionen Euro beschlossen. In Not geratenen Bürgern soll von Donnerstag an daraus ein Handgeld für Schäden der privaten Haushalte und am Hausrat ausgezahlt werden.

Das Hochwasser hat in Sachsen auch Landwirte in eine bedrohliche und teilweise existenzgefährdende Situation gebracht. Äcker und vor allem Grünflächen wurden überflutet. Besonders betroffen sind nach ersten Analysen Gebiete von Weißer Elster, Zwickauer und Freiberger Mulde und entlang der Elbe, meldet der Landesbauernverband. Verschlämmte Bestände lassen Ertragseinbußen und Totalausfälle erwarten. Wegen des durchweichten Bodens sind Felder nicht befahrbar. Verunkrautung drohe. Einbußen bei der Futtergewinnung beklagen auch die vogtländischen Landwirte. Dort hofft man jedoch auf einen guten zweiten Aufwuchs, um Futtersilage zu gewinnen. va