Mekka der Mineralienfreunde

Die 17. Vogtland-Mineralienbörse lockte 940 Besucher nach Oelsnitz: in der Vogtlandsporthalle präsentierten 60 Aussteller Mineralien, Kristalle, Edelsteine und Schmuck - mehr Akteure als sonst.

Von Renate Wöllner

Oelsnitz "Alpine Kristallschätze" zogen in den Vitrinen der Sonderschau auf der Hallenbühne bewundernde Blicke auf sich. Frank Woldert hatte in jahrelangen Berggängen exzellente Bergkristall- und Rauchquarzstufen in den Hochlagen der Göschener Alpen erschürft.
Die Foto-Dokumentation ließ das Abenteuer in grandioser Landschaft nacherleben. Aber auch heimische Schätze kamen zu Ehren. Amethyst, der Edelstein des Erzgebirges, wurde in langstieligen Kristallen aus Wiesenbad und verarbeitet zu facettierten Steinen gezeigt. Aufsehen erregende Funde seien in jüngster Zeit in der Region nicht zu verzeichnen, sagte Organisator Steffen Pestel.
Die Sammler präsentierten Quarz, Bergkristall, Fluorit und Paradoxit, Gerdorffit- und Chloanthitstufen aus klassischen Fundstätten der ehemaligen Bergbaugebiete bei Chemnitz und Burgk in Ostthüringen, erschürft bis etwa 2017.
Seit 2004 hatte Frank Woldert an der Druse am Gletschhorn der Schweizer Alpen auf etwa 3000 Meter Höhe gearbeitet. "Im Biwak in einer alten Kristallhöhle im Fels habe ich einmal 27 Tage am Stück verbracht", erzählte der Sammler. Die Höhle, Raumtemperatur zwei bis sechs Grad, hatte er sich "eingerichtet".
Seinen größten Fund, eine Rauchquarzstufe von 130 Kilo Gewicht, ließ er in der Kantonshauptstadt Seedorf. Das auch in der Hochgebirgsregion seltene Stück wollen die Urner Mineralienfreunde in ihrem Museum kommendes Jahr ausstellen.
Die in Oelsnitz gezeigte Bergkristallstufe bringt es "nur" auf acht Kilo. Sie sei jedoch von Aufbau und Glanz "unschlagbar", schwärmt Woldert. Beruflich arbeitet der 60-Jährige als Betriebselektriker bei Siemens in Forchheim. Die Mineralienleidenschaft habe ihn schon als Jungen gepackt. Damals habe er vor der Haustür aus dem Granitgrus die Glimmerkristalle gepickt. Nun hat er seinen siebenjähriger Sohn Paul "infiziert". Vater und Sohn gehen gemeinsam auf Suche.
Die Vogland-Mineralienbörse finde zunehmend ein junges Publikum - auch bei den Sammlern, freut sich Pestel. Die Ausstellung in Oelsnitz spreche mit ihrem überwiegenden Angebot von Mineralien - andernorts überwiege oftmals Schmuck - ein fachlich interessiertes Publikum an und lade zum Fachsimpeln ein. Am Sonntag habe es bei den Händlern viel Lob über die tolle Resonanz gegeben. Gerade mit ihren Mineralien aus dem Erzgebirge und Vogtland aus erloschenen Fundgebieten wie Zobes biete die Börse - inzwischen ein Begriff in ganz Deutschland - manches Schnäppchen.