Meisterbäckern zugeschaut

Anderswo muss man extra Eintritt bezahlen, wenn man eine Gläserne Manufaktur besuchen möchte. Bei Globus bekommt man im Vorbeigehen gezeigt, wie Brot, Brötchen, Kuchen und Torte entstehen, die man im Regal findet.

Weischlitz - "Ich bin unendlich glücklich und allen Beteiligten dankbar, dass wir nach nur 18 Wochen Bauzeit noch vor Weihnachten unsere Meisterbäckerei eröffnen können", sagte gestern Geschäftsleiterin Kitty Fischer und verriet auch, dass ihr ein großer Stein vom Herzen gefallen sei. Immerhin wurde bis zum Schluss eifrig gewerkelt. "Es ist ein echtes vogtländisches Projekt. Nicht nur, weil erstmals bei einem solchen Projekt durch die Globus-Zentrale hiesige Firmen einbezogen wurden, sondern auch, weil diese alles in die Waagschale warfen, um termingerecht fertig zu sein", freut sie sich. Auf einer 500 Quadratmeter großen Lagerfläche neben der Rolltreppe - abgeschirmt mit einer Bauwand - wurde seit August an der eigenen Bäckerei gearbeitet. "Das war auch für uns eine riesige Herausforderung", sagte Planer Roger Neumann von Neumann Architekten BDA Plauen: "Immerhin mussten auf der Geschossdecke Tonnen schwere Maschinen aufgestellt werden, dabei war die Fläche vor 25 Jahren als Lager gebaut worden. Alleine die vier Backöfen, die noch dazu auf engen Raum stehen, sind 12 Tonnen schwer. Aber wir haben alles gut gemeistert, es passt alles", bekräftigte auch Mitarbeiterin Nadine Bronsert. Die zahlreichen Firmen der Region haben aus der einstigen Lagerfläche eine Produktionsstätte geschaffen, die durch die große Fensterfront viel Einblick bietet. Elf Bäcker und Konditoren schaffen täglich eine große Auswahl an frisch gebackenen Broten, Brötchen und Kuchen einschließlich regionaler Spezialitäten. Von der Mehlanlieferung - übrigens über eine 53 Meter lange Leitung bis hin zu den Tanks in der Backstube - über die Sauerteigzubereitung bis hin zum Backen im Etagenofen passiert alles vor Ort. "Es wird alles von unseren Konditoren und Bäckern selbst hergestellt, was es später im Regal zu kaufen gibt. Der Tag unserer Bäcker beginnt morgens um drei Uhr. Ab dann backen sie bis in die Abendstunden immer wieder neu. So haben unsere Kunden die Gewissheit, dass unsere Backwaren immer schön frisch und knusprig sind", sagt Kitty Fischer. Die Bäckermeister, Gesellen und Konditoren lassen sich dabei gerne über die Schultern schauen, denn wie gesagt, produziert wird in einer gläsernen Backstube vor den Augen der Kunden. Insgesamt stellen die Globus-Meisterbäcker täglich 27 verschiedene Brote, 18 Sorten Brötchen, unterschiedliche Kuchen und über 40 Sahnetorten-Variationen her. Eine besondere Spezialität und der derzeitige Verkaufsschlager ist die Torte-to-go, eine geschichtete Sahnetorte in 20 Sorten im Becher für den Genuss unterwegs.
 Konditormeister Guido Kriebs, der
im Auftrag der Globus-Zentrale die Koordinierung für die Meisterbäckerei übernahm, ist zufrieden: "Ich habe schon über 40 Standorte mit aufgebaut, in Deutschland ist dieser hier mein 36. Zwei Wochen war ich in Weischlitz und es war schön zu sehen, wie die Meisterbäckerei mit Leben erfüllt wird. Und neben den Backerzeugnissen gibt es auch Marmelade, die ohne Konservierungsstoffe hergestellt wird. Zum einen als Eigenmarke für den Verkauf, zum anderen für unser eigenes Gebäck. Beispielsweise Marilen-Marmelade für unsere Sachertorte, die übrigens per Gesetz in Deutschland einen höheren Schokoladenanteil haben muss als in Österreich, wo sie her kommt."
 Globus setzt auf eigens Handwerk, wie bisher in der Metzgerei. Nun kommt die Bäckerei hinzu. Und auch an den umgebauten und im Oktober neu eröffneten Käse- und Fischtheken gibt es mit verschiedenen Salaten und Spezialitäten selbstproduzierte Erzeugnisse. "Mit der Eröffnung der Meisterbäckerei ist unsere erster Bauabschnitt beendet. Parallel dazu wurde schon der zweite Abschnitt geplant. Weitere Umbauten beginnen im Sommer 2019", sagt Kitty Fischer, die sich im Januar auf 25 Jahre Globus in Weischlitz freut. Sie hatte übrigens ihr silbernes Jubiläum am 1. November.

 

Marjon Thümmel

Weitere Umbauten

Im August 2019 soll der Umbau der Ladenstraße beginnen und zu Weihnachten fertig sein. Anschließend startet der Ausbau der Gastronomie. "Dazu muss der Eingangsbereich umgebaut werden, um das Restaurant zu vergrößern. Durch die Nähe zur Autobahn haben wir viele Gäste zum Mittagessen. Künftig soll auch der Gastronomiebereich viel Einblicke in die Zubereitung der Speisen bieten und zugleich verschiedene Themen. Im Juni 2020 soll das neue Restaurant fertig sein", so Kitty Fischer.