Mehrheit für Einheitsgemeinde Rosenbach

Nach Syrau und Mehltheuer sprachen sich am Donnerstagabend auch die Leubnitzer Gemeinderäte für das Zusammengehen der drei Orte aus. Einstimmig votierten sie für das Auflösen des Verwaltungsverbands zum Jahresende und das Bilden einer Einheitsgemeinde mit dem Namen "Rosenbach" zum 1. Januar 2011.

 

Dem Beschluss während der Ratssitzung ging eine Einwohnerversammlung im Foyer des Leubnitzer Schlosses voraus, bei welcher die Einheimischen allerdings fehlten. Einzig Vertreter aus Rodau und Syrau fanden sich ein. "Unsere Bürger setzen offensichtlich ein unendliches Vertrauen in den Gemeinderat", wertete Bürgermeister Eberhard Prager das Ausbleiben der Leubnitzer. Neben Pragers Amtskollegen aus Syrau und Mehltheuer, Achim Schulz und Kerstin Steinbach, nahm auch der Vorsitzende des Verwaltungsverbands Thomas Meinel an der Versammlung teil. Noch vor wenigen Wochen sei das Thema Gebietsreform für den Rosenbach-Verband kein Thema gewesen.

 

"Nun überschlagen sich die Ereignisse", versuchte Meinel die Eile zu erklären. Noch seien alles Gerüchte, doch es sei abzusehen, dass nach der nächsten Landtagswahl die "große Keule" von oben kommen werde. "Daher wollen wir lieber agieren und unsere Geschicke in die eigene Hand nehmen." Ein großes Gebilde mit Pausa, Mühltroff und Rosenbach sei "schlecht zu bewerkstelligen". Doch Syrau, Mehltheuer und Leubnitz arbeiten seit Jahren verwaltungstechnisch sowie im Schulverband zusammen. "Wir sind annähernd auf gleicher Augenhöhe, haben gleiche Interessen und vor allem können wir miteinander", betonten alle drei Ortschefs wie aus einem Mund.

 

"Es ist ein großer Vorteil, dass wir nicht mit einer fremden Gemeinde verhandeln müssen", war sich Meinel sicher, in relativ kurzer Zeit alle Vorbereitungen treffen zu können. Überdies sei der Zeitpunkt Januar 2011 günstig, weil zu diesem Zeitpunkt die neue, doppelte Buchführung in der Verwaltung Einzug hält. Bereits am 10. August soll der Eingemeindungsvertrag festgezurrt werden und kurz darauf zur öffentlichen Auslage kommen. Außer vielleicht an der Adresse im Personalausweis werden die Bürger nicht viel vom Zusammenschluss spüren. "Jede Gemeinde wird sich in dem großen Gebilde wieder finden", versprach Meinel. Bis zu einer Neuwahl der Gemeindevertretungen ist geplant, alle bisherigen Gemeinderäte als Ortschaftsräte weiter bestehen zu lassen. Jeweils sechs Vertreter aus Syrau, Mehltheuer und Leubnitz sollen den Gemeinderat der Gemeinde Rosenbach bilden. Was nicht allzu lange auf sich warten lassen wird, ist eine Bürgermeisterwahl.

 

"Es wird dann einen hauptamtlichen Bürgermeister geben." Prager bedauerte, dass er damit seine Wahlperiode nicht mehr beenden könne. Steinbachs Bedauern hingegen sah anders aus: "Ich hätte meine Amtszeit herzlich gerne erst mal richtig begonnen." Gerade erst eingearbeitet, muss sie das Amt dann schon wieder abgeben.  mam