Mehr arbeitslose Vogtländer im Januar

"Nach der Entspannung auf dem Arbeitsmarkt in den vergangenen Monaten verzeichnen wir zum Jahresbeginn einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit", so Agenturchefin Helga Lutz. Im Januar waren laut Angaben der Arbeitsagentur im Vogtland 12 059 Frauen und Männer ohne Beschäftigung. Das sind über 1 800 Personen mehr als im Dezember.

Trotzdem: Der positive Trend im Vergleich zum Vorjahr halte weiter an. Es gibt im Vogtland fast 2400 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. "Die Arbeitslosenquote liegt mit jetzt 9,7 Prozent weiter unter der 10-Prozent-Marke", so Agenturchefin Helga Lutz zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten für den Monat Januar. Vor zwölf Monaten betrug die Quote 11,5 Prozent.

Betroffen von der zugenommenen Arbeitslosigkeit sind saisonbedingt überwiegend Männer in Außenberufen - der verspätete Winter hat vor allem Auswirkungen auf die Beschäftigten in der Baubranche."Zurzeit sind wir mit rund 200 Firmen im Gespräch, um witterungsbedingte Arbeitsausfälle mit Saison-Kurzarbeitergeld abzufedern", so Lutz.

Die Arbeitskräftenachfrage bewege sich weiter auf einem stabilen Niveau. Dies verdeutliche der Blick auf die gemeldeten Stellen. "Aktuell verzeichnen wir über 1600 offene Stellen, über 30 Prozent mehr als vor einem Jahr. Und auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung steigt weiter. Von Juni 2010 zu Juni 2011 registrierten wir einen Beschäftigungszuwachs um fast 1200 Personen", so Helga Lutz.

Mit großer Sorge habe man die Entwicklung und den Beschäftigungsabbau bei manroland zur Kenntnis genommen. "Zum heutigen Zeitpunkt sind die Auswirkungen für unsere Region noch gar nicht ganz absehbar. Denn auch die Zulieferbetriebe müssen mit Auftragsrückgängen rechnen. Uns bleibt nur die Hoffnung, dass mit der neuen Gesellschaft die verbliebenen Arbeitsplätze gesichert werden und sich neue Geschäftsfelder erschließen. Wir stehen den Beschäftigten jederzeit mit Rat und Tat zur Seite und unterstützen mit unseren Dienstleistungen", so Helga Lutz

Rechnet man zur Anzahl der Arbeitslosen die über 4000 Personen in Arbeitsmarktmaßnahmen hinzu, gibt es laut Agenturangaben 16 086 unterbeschäftigte Personen im Vogtland.

In allen Geschäftsstellen der Arbeitsagentur ist im Vergleich zum Dezember ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu konstatieren. Die niedrigste Arbeitslosenquote verzeichnet Oelsnitz mit 8,4 Prozent. Danach folgen Auerbach mit 8,6 Prozent und Klingenthal mit 8,8 Prozent. Reichenbach liegt bei 9,8 Prozent und die Hauptagentur Plauen bei 11,0

Stellenangebote auf dem ersten Arbeitsmarkt gab es für fast alle Wirtschaftszweige. Insgesamt wurden 264 Stellen für Zeitarbeit, 133 Stellen im Verarbeitenden Gewerbe, 50 Stellen im Gesundheits- und Sozialwesen und 48 Stellen im Baugewerbe gemeldet. Dazu kommen 41 Stellen im Handel und 25 im Gastgewerbe.

Betriebe haben nach dem jeweiligen Monatsende drei Monate rückwirkend Zeit, Kurzarbeitergeld bei der Arbeitsagentur abzurechnen. Daher wird die tatsächliche Inanspruchnahme der Kurzarbeit erst mit Zeitverzögerung sichtbar. Aktuell liegt eine Hochrechnung realisierter Kurzarbeit für September 2011 vor. Aus konjunkturellen Gründen kurzgearbeitet haben danach Ende September im Agenturbezirk Plauen samt 903 Arbeitnehmer in 124 Betrieben. Diese Zahl ging im Vergleich zu September 2010 deutlich zurück (damals 1912 Betroffene).