Mehr als ein Roller für Erwachsene

Plauener helfen einer Dresdner Entwicklung in Sachen urbaner Mobilität seit einem Jahr ans Licht der Öffentlichkeit. Die Ideenfinder aus dem Wilke Haus zauberten vom Videoclip bis zum Image alles, um den Scrooser aus Sachsen weltweit bekannt zu machen.

Dies gelingt, denn das zukunftstaugliche Gefährt erzeugt Verzückung beim Nutzer wie beim Betrachter, kurvt es durch die Straßen mit breitspuriger, ruhiger Eleganz und souveräner Rollleistung.

Plauen/Barcelona/Dresden - Der Videoclip der Plauener Firma Manicx (Produzent und Creative Director Robert Fischer) macht Lust auf einen gar ungewöhnlich wirkenden Roller, der ebenso das Gefühl von früher bedient und doch eine enorme Neuerung in sich birgt. Das Modell rollt elektrisch angetrieben.

In der ersten Video-Szene dreht ein jung gebliebener Mann mit feschem Jackett und Mütze durch die Riesenmetropole Barcelona ein paar Runden und offenbart lässiges Lebensgefühl der modernen Zeit. Michael Marianek, Texter und Moderator im Film, beschreibt die Entwicklung des edlen Teils: Es sind Produktionsabschnitte zu sehen, Marianek spielt gar selbst mit, indem er den feinen Unterschied zwischen einem klobigen Fahrrad (nichts gegen Fahrräder) und einem Scrooser aufzeigt. Und schließlich verschwindet das Mehr-als-nur-ein-Spielzeug hinter dem Logo Scrooser und der Name vielleicht auf des Zuschauers Notizzettel mit dem Vermerk: "Den Scrooser will ich haben".

"Der Film ist Bestandteil einer ganzen Kampagne, die wir für die Dresdner Scrooser-Firma entwickelt haben", sagt Uwe Fischer im Plauener Wilke Haus, in dem sich Film-, Grafik, Sprach- und Werbefachleute zu einem Team zusammenfanden. Während viele Firmen aus der Region sonst wohin fahren, um von außerhalb ihre Produkte zu vermarkten, sind die Plauener eben außerhalb tätig. Es fallen Wörter wie Kickstart, Zielgruppe, Webseite, Strategie, weltweite Vermarktung, Logo. Den Schriftzug mit dem eleganten "S" als Hingucker entwickelte im Haus Andreas Pietzsch.

Und das Video ist schon mal binnen ein paar Wochen 100 000 Mal weltweit angeklickt worden, die Scrooser-Seite 300 000 Mal. Inzwischen stand der Roller auf allen wichtigen Webseiten, sagt Filmexperte und Manager Robert Fischer. "Wir haben vor über einem Jahr in Dresden vorgesprochen. Es ging zunächst um einen Videoclip. Bald wurde diese umfassende Zusammenarbeit daraus. Wir bauten Schritt für Schritt die Strategie für das Produkt auf dem Markt auf", erklärt Robert Fischer weiter.

Seit zwei, drei Wochen erleben die Wilke-Haus-Leute den ersten richtigen öffentlichen Schub, in den USA deutet sich eine große Fangemeinde, sprich Nachfrage an. Die Dresdner Firma ist eine (noch) kleine Manufaktur - die Begriffe Deutsche Wertarbeit oder "Made in Germany" greifen nahe liegend bei dem bis ins Detail perfekt hergestellten Scrooser. "Die finale Fertigung steht aber noch aus, in Dresden ist der Chef Jens Thieme noch nicht ganz zufrieden. Er und seine Leute werden in den nächsten Wochen aus dem Prototypen die Serienreife erreichen", ist sich Robert Fischer sicher. Dann wird es den Scrooser bei ausgewählten Händlern hier und weltweit zu kaufen geben. Der Preis wird um die 3900 Euro liegen.

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www.scrooser.com