Mehltheuers Bürgermeister Meinel verabschiedet

Abschied mit Dankeschön: Mehltheuers Bürgermeister Peter Meinel scheidet nach 14 Jahren aus dem Amt und macht Platz für seine Nachfolgerin Kerstin Steinbach. Am Freitag ist Meinel in der Stephanus-Kapelle offiziell vom Landrat verabschiedet worden.

 

Dem 64-jährigen Meinel ist die Entscheidung schwergefallen, keine dritte Amtszeit als Gemeindeoberhaupt anzustreben - und so blickt er mit einem lachenden und einem weinenden Auge in die Zukunft. Auch die Entscheidung, 1995 für das Bürgermeisteramt zu kandidieren, war für Meinel nicht einfach gewesen. Doch als beratendes (wenn auch nicht stimmberechtigtes) Mitglied des Gemeinderates und Amtsverweser des Ortes war es fast ein Zwang, sich der ehrenamtlichen Aufgabe zu stellen. Der gelernte und studierte Maschinenbauer brachte für die Tätigkeit neben technischen Kenntnissen ökonomisches Verständnis mit. Dabei galt es, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ehrenamt und beruflicher Tätigkeit als selbständiger Wohnungsverwalter zu finden.

Die Herausforderung war groß: Mehltheuer drückten Altschulden von mehr als 5000 Mark pro Einwohner: Meinel hinterlässt aktuell 295 Euro Schulden pro Kopf. Zielstrebig verfolgte er seinen Grundsatz, alle sechs Ortsteile gerecht zu behandeln und anstehende Aufgaben zu lösen. "Dabei konnte ich mich in all den Jahren auf einen Gemeinderat verlassen, der mich kameradschaftlich unterstützte", sagt Meinel. "Die Räte machten es möglich, dass Mehltheuer ohne Ortschaftsräte und Gemeindeausschüsse ausgekommen ist."

 

Bürgernah und stets zu Gesprächen mit den Einwohnern bereit, wenn er mit dem Drahtesel, zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs war, hatte er immer ein offenes Ohr für die Probleme in den Ortsteilen. Von seiner Arbeit, die er fast hauptamtlich führte, profitierten alle Einwohner. So durch das Dorferneuerungsprogramm, die Verbesserung des Straßennetzes der öffentlichen Einrichtungen und die Schaffung von Vereinshäusern in den Orten. Der Erhalt der Schule und die Verbesserung der Bedingungen für die Freiwilligen Feuerwehren sind weitere Beispiele für seine Beharrlichkeit.

So nutzte er immer Möglichkeiten, andernorts nicht ausgeschöpfte Fördermittel durch Projekte in der Schublade nach Mehltheuer zu holen, indem die Gemeinde die Eigenanteile dafür sichern konnte. Letzte Beispiele dafür sind Maßnahmen am Feuerlöschteich in Schönberg oder das in Mehltheuer entstehende Gemeinschaftsgebäude für Feuerwehr und Rettungszweckverband.

 

Für die Zukunft wird er sich für seinen Garten mehr Zeit nehmen, viel lesen und eventuell im Verein Schach spielen. Als Fernziel will er als von Asien begeisterter Mensch vielleicht mit seiner Ehefrau einen Abstecher nach Südostasien machen. Und sicher werden ihn die Einwohner auch auf dem Fahrrad sehen, wenn es seine momentan angeschlagene Gesundheit wieder erlaubt. Mit der Gemeindearbeit hat er nach eigenen Worten abgeschlossen und einen Schnitt gezogen, um nicht in Versuchung zu geraten, den besserwisserischen Berater im Gemeindeamt zu spielen.  jpk