Matuschik auf Auslandseinsatz in Plauen

Heilige Scheiße wird sich BR3-Moderator Matthias Matuschik gedacht haben, als er im Malzhaus zur besten Tatort-Zeit auf der Bühne stand. Matuschke, wie ihn seine Fans nennen, war kurz sprachlos beim Blick über die Stuhlreihen auf der so gut wie ausverkauften Galeriebühne.

Plauen - "Es war mein zweiter Auslandseinsatz", grinst er. Alle Stuhlreihen waren besetzt. Normalerweise stehe er nur auf bayrischen Bühnen. Dort kennen ihn die Leute, verstehen sie seine Witze. Umso überraschter war der bekannte Bayern3-Moderator über die vielen Anhänger im Vogtland. Sein Programm sieht der gebürtige Oberpfälzer auch als Ventil zu seiner täglichen Radio-Show. Beim öffentlichen Rundfunk müsse Spontanität wohl überlegt sein.

Bei einem falschen Satz oder Witz, könne da schnell der Rundfunkrat auf der Matte stehen. Auf der Bühne kann er dagegen sagen, was er will. Und das tut Matuschke ohne Zensur und frei von der Leber weg. Sein erstes Kabarett-Programm "Heilige Scheiße" lässt den Zuschauer vor allem an Momenten aus Matuschkes Leben als Radio-Moderator und DJ teilhaben. Beim Privatsender Radio Ramasuri begann er vor 25 Jahren seine Karriere. Damals kommunizierte er mit den Hörern noch über Fax und Telefon.

Nachts war der Anrufbeantworter die einzige Verbindung zwischen Radio und Außenwelt. Matuschkes treuester Hörer damals: war Manne aus Tirschenreuth. Keine Nacht verging ohne eine Nachricht auf dem AB von ihm. Er hatte immer nur einen Wunsch: Engelbert mit "Spanish Eyes". Die Dialoge zwischen beiden avancieren in Matuschkes Programm zum absoluten Dauerbrenner. Der Weidener berichtet aber auch über seine Erlebnisse mit Dauerlinksfahrern auf der Autobahn, mit probiotischen Tampons und Kondomen mit Führungsschiene. Im Interview nach seiner Show verriet er Video-Blogger Martin Reißmann noch Einiges mehr - das Interview steht in Kürze auf dessen Youtube-Kanal zum Ansehen bereit.

Keine Berührungsängste mit dem bekannten Radiomoderator hatte der 30-jährige Plauener, der in der Vergangenheit schon Jürgen Drews oder Ingolf Lück am Mikro hatte. Ungezwungen, spontan und frei Schnauze präsentierte sich Matthias Matuschik zweieinhalb Stunden auf der Malzhaus-Bühne. Ohne Zugabe ließen die Zuschauer Matuschke natürlich nicht in sein Einzelzimmer im Hotel Alexandra. Und so war der Abend für Matuschke eine besondere Grenzerfahrung mit der Folge zur Wiederholung. Denn der Radio-Star arbeitet bereits an seinem zweiten Comedy- Programm, das Mitte Oktober Premiere feiert.