Matsch Plauen mit neuer Führung

Plauen - Die gastronomische Adresse zwischen Nobelstraße und Straßberger Straße mit den beiden Auslegern Matsch und Cafe Heimweh stehen für traditionelle Küche in einem gemütlichen geschmackvoll-antiquarisch gestalteten Ambiente mit Speis und Trank so recht nach des Bürgers Geschmack, hätten Reisende früher ins Gästebuch geschrieben.

 

Derweil führt das Haus mit beiden Lokalen seit einem halben Jahr jedoch ganz unspektakulär eine neue Chefin: Nicole Schaller, 30 Jahre, Plauenerin, Hotelfachfrau und nun Geschäftsführerin von Matsch und Cafe Heimweh. Eine junge, hübsche Frau mit frechen Augen, schicker, frecher Frisur und doch eher im Hintergrund agierend. Man könnte deshalb meinen, das bedeute, es kommt alles neu, alles anders?

"Ich hatte nicht vor, dass die Matsch eine andere Gaststätte wird, das Neue bleibt das Bewährte, die Speisekarte, die Einrichtung und die Art und Weise mit unseren Gästen umzugehen - herzlich vogtländisch", sagt Nicole Schaller. Auch im Cafe nebenan geht das Geschäft wie zur Gründung weiter. Zwei Dinge sind schon anders, meint sie lächelnd: Die Betreiberin und ein Teil des Personals, vornehmlich im Service. Zu dieser Herausforderung, die Matsch zu übernehmen, kam die Plauenerin durch eine Anfrage des Vermieters, erzählt Nicole Schaller. "Ich arbeitete bei meinem Freund im Cateringunternehmen. Dort wurden wir angesprochen, ob wir uns nicht vorstellen könnten, die Matsch zu übernehmen. Konnten wir", sagt die Gastronomin.

Schon immer schwebte der jungen Frau ein eigenes Unternehmen vor, sie kam in den Lehrjahren in vielen Lokalitäten herum, lernte im Schwarzwald, arbeitete in der Schweiz und war in Plauen unter anderem auch Restaurantleiterin im Hotel Dormero. Nun also das eigene Haus. Schon mit elf Jahren stand für die Vogtländerin fest, sie werde etwas mit Gastronomie machen. "Ich bin mit meiner Oma in den Ferien in die Sowjetunion nach Moskau geflogen und sah die schillernde Welt unseres Hotels, spürte diese schöne, freundliche Atmosphäre, dieser Service, das Drumherum, so was wollte ich später auch machen", erinnert sie sich.

Und sie packte an, lernte im Schwarzwald den Beruf Hotelfachfrau von A bis Z, sammelte Erfahrungen en masse im Land der feinen Hotels in der Alpenrepublik, um dann doch nach Jahren wieder in die Heimat ins Vogtland zurückzukehren. Erst arbeitete Nicole Schaller im Restaurant Gut Haidt bei Hof, dann klappte es mit Plauen - im Hotel am Theater. Im Cateringunternehmen von Heiko Floss, ihrem Lebensgefährten, wirkte sie schließlich bis vor einem Jahr mit. Das bedeutete: Management in der Woche und das Gastgeschäft direkt mit den Kunden an den Wochenenden.

"Ich will schon noch eine weitere Lokalität eröffnen, wenn sich mal die Möglichkeit ergibt und ich eine schöne Geschäftsidee habe", blickt die Geschäftsfrau voraus. In Plauen gäbe es noch einiges Potenzial in Sachen Gastlichkeit, beobachtet sie. Doch schon längst könne sich die Vogtlandmetropole sehen lassen, hört sie von den vielen Touristen, die auch in die Matsch einkehren. "Das macht froh, von den Leuten Lob zu erhalten, wie sich Plauen entwickelt hat", sagt Chefin Schaller, die mit ihrem Team daran ein bisschen mitwirken will. fb