Massive Vorwürfe gegen Landrat wegen Schönecker Schweinestall

Seit einigen Tagen wird in Schöneck gebaut: Auf der Hohen Reuth, am "schönsten Fleck des Vogtlandes", baut die Familie Jentsch einen Schweinestall in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern, dem Skigebiet und dem IFA-Hotel. Jetzt gibt es massive Vorwürfe gegen den Landrat Dr. Tassilo Lenk.

Schöneck/Plauen - Direkter Nachbar der geplanten Schweinemastanlage ist Rainer Gläß. Sein Grundstück und Wohnhaus sind nur etwa 50 Meter von der im Bau befindlichen Schweinemastanlage entfernt. Sein Vorwurf an den Landrat:: Ein solch sensibles Vorhaben an dieser exponierten Stelle direkt neben Wohnhäusern hätte viel sorgfältiger geprüft und abgewogen werden müssen. Die Interessen der Anlieger, der Stadt Schöneck und des Tourismus wurden nicht angemessen berücksichtigt.

Der Nachbar verweist auf das vorliegende Geruchsgutachten der Stadt Schöneck, wonach die Geruchsbelastung erheblich höher ausfallen wird als in der Baugenehmigung angenommen. Die zu erwartende Ammoniakemission sei überhaupt nicht berücksichtigt worden. Ein weiterer Fehler sei es schließlich gewesen, das Gelände als rein ländlichen Standort einzustufen. Vielmehr handle es sich um ein Tourismusgebiet, dass der Stadt Schöneck zuzuordnen ist. Es sei schwer zu verstehen, dass diese in der Baugenehmigungsphase mehrfach vorgetragenen Argumente völlig ignoriert wurden. Auch sämtliche Widersprüche der Nachbarn wurden vom Landrat ignoriert.

Das Gelände, das von der Bauernfamilie Jentsch selbst als "schönster Fleck im Vogtland" bezeichnet wird, ist für einen Schweinestall mit erheblicher Geruchsbelästigung denkbar ungeeignet, argumentieren die Gegner des Anlage. Die Funktion als Naherholungsgebiet mit ausgeprägter touristischer Nutzung wird dadurch erheblich beeinträchtigt, heißt es in einem der vorliegenden Gutachten. Die Schweinemastanlage soll inmitten der Skiwelt Schöneck, nur wenige hundert Meter vom IFA-Ferienpark errichtet werden. Auch IFA-Direktor Thomas Jahn argumentiert vehement gegen das Vorhaben. Er macht sich Riesensorgen um den Ferienpark auf der Hohen Reuth, dem größten Tourismusbetrieb des Vogtlandes.

Der Tourismus im Mittelgebirge und speziell im Vogtland sei ein sehr sensibles Geschäft, argumentiert Jahn. Ein Schweinestall vor der Haustür sei dabei die denkbar schlechteste Werbung. Aber da das IFA-Hotel etwa 200 Meter vom geplanten Schweinestall entfernt ist, ist es aus Sicht des Landrats zu weit weg, als dass dessen Interessen Berücksichtigung finden könnten. Thomas Jahn fand kein Gehör - weder bei Dr. Lenk noch in der Landesdirektion in Chemnitz. Jahns Meinung wird auch von den Stadträten der Stadt Schöneck unterstützt. Die Stadträte votierten einstimmig gegen das Vorhaben, da sie mit erheblichen Nachteilen für die Beherbungsbetriebe der Stadt und für die Skiwelt als Tourismusmagnet rechnen.