Maskenmuffel beleidigt Zugbegleiterin

Ein Mann (47) aus dem Landkreis Zwickau wurde am Amtsgericht Plauen zu einer Geldstrafe verurteilt. Im Oktober 2020 hatte er eine Zugbegleiterin beleidigt und sich anschließend geweigert, den Regionalexpress zu verlassen.

Der Angeklagte Remo (47, Name geändert) wartete noch vorm Gerichtssaal auf den Verhandlungsbeginn, da klingelte plötzlich sein Handy. Auf die Frage seines Gesprächspartners, wo er sich denn gerade befinde, antwortete der gegenwärtig arbeitslose Autolackierer mit leicht genervter Stimme: "Ich bin jetzt eben am Amtsgericht in Plauen. Ich weiß gar nicht, um was es geht und was ich hier eigentlich soll!"


Dem vermeintlich oder auch tatsächlich Unwissenden half wenige Minuten später Staatsanwalt Gernot Güßregen mit dem Verlesen der Anklageschrift auf die Sprünge. Am 30. Oktober vergangenen Jahres, nachmittags kurz vor 15 Uhr, fuhr Remo mit dem Regionalexpress von Hof in Richtung Plauen. Der in Oberwiera im Landkreis Zwickau wohnhafte Beschuldigte war damals auf Montage beschäftigt und deshalb fast täglich auf dieser Strecke unterwegs. An besagtem Nachmittag trug er nicht die aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen vorgeschriebene Mund-Nasen-Bedeckung.


Als die Zugbegleiterin ihn darauf ansprach und ihn aufforderte, diese anzulegen, beleidigte er die Frau mit den Worten: "F... dich!" Kurz danach weigerte er sich auf dem Oberen Bahnhof in Plauen, den Regionalexpress zu verlassen. Strafrechtlich sei letztgeschildertes Verhalten als Hausfriedensbruch zu werten, so der Staatsanwalt.


Zur Sache befragt, versuchte Remo zunächst, die Vorfälle zu verharmlosen. Es könne schon sein, dass er so etwas Ähnliches zur Geschädigten gesagt habe. "Ich weiß gar nicht mehr genau, warum sie mich da rausschmeißen wollte. Das ist Schwachsinn, was hier erzählt wurde. Ich weiß nicht, warum da jetzt noch eine Anklageschrift gekommen ist", gab der geschiedene Vater eines Kindes zu Protokoll.


"Vielleicht kann ich Ihnen da ein wenig helfen", erklärte daraufhin Richterin Andrea Hörr und verlas anschließend einige Passagen aus der polizeilichen Vernehmung der jungen Frau. Demnach soll Remo neben den bereits erwähnten Straftaten in Richtung der Zugbegleiterin außerdem geäußert haben, wenn er sie zum nächsten Mal sähe, werde er sie "in den Arsch f...".


Um der mittlerweile schwangeren Geschädigten eine beschwerliche Anreise zu ersparen, war sie nicht als Zeugin geladen worden. Staatsanwalt und Richterin sahen die Tatvorwürfe durch die geständigen Einlassungen des Angeklagten als erwiesen an.


Remo, für den im Strafregister bereits elf Eintragungen zu Buche standen, erklärte in seinem letzten Wort in nüchternem Tonfall: "Was soll ich noch dazu sagen. Es ist passiert. Na ja, na gut."
Das Verfahren hinsichtlich des Hausfriedensbruchs war mit Zustimmung des Staatsanwaltes im Hinblick auf die zu erwartende Verurteilung wegen Beleidigung eingestellt worden.
Für diese verhängte die Richterin eine Geldstrafe in Höhe von 50 Tagessätzen zu je 25 Euro, also in Summe 1.250 Euro. Damit blieb sie geringfügig unter dem vom Staatsanwalt beantragten Straßmaß. Als Verurteilter hat Remo außerdem die Kosten des Verfahrens zu tragen.