Masken statt Heimtextilien

Produktion umgestellt: Mund- und Nasenmasken produziert die Hammerbrücker Firma Sandner Stickereien seit drei Wochen und die Näherinnen kommen kaum nach.

Von Margitta Rosenbaum

Normalerweise werden vor Ort hochwertige Heimtextilien hergestellt. Aber die will im Moment keiner kaufen. Der Umsatz ist total eingebrochen. Darum sind alle anderen Mitarbeiterinnen in Kurzarbeit.
Aber Näherinnen werden gebraucht, denn die Nachfrage nach Mundschutz ist extrem hoch, sagt Steffen Sandner. Sehr schnell hat sich die Firma auf den großen Bedarf umgestellt. Die Masken, die hier hergestellt werden, bestehen aus Material, das für Krankenhäuser zertifiziert ist, also auch für OP-Schutzkleidung verwendet wird. Der Stoff ist bei 95 Grad waschbar. Dennoch sind das keine vollwertigen Schutzmasken, sie sind nicht medizinisch oder anderweitig geprüft. Der Bedarf ist trotzdem groß. Die erste Anfrage kam von der Rettungswache in Rodewisch. Es dauerte noch ein paar Tage, bis der richtige Stoff besorgt werden konnte. Jetzt nähen Sandners für den Pflegebereich, für die Diakonie und den Arbeitersamariterbund, für Zahnärzte, Arztpraxen und Seniorenheime.
Der Bedarf ist groß. Auch Privatkunden können sich in der Firma Mund- und Nasenmasken kaufen. Es gibt welche zum Binden und welche mit Gummi. Ungefähr 500 Stück kann die kleine Firma jeden Tag herstellen, mehr ist nicht zu schaffen, da es an Näherinnen fehlt. Steffen Sandner weiß, dass viele Nähereien auf Mundschutz umgestellt haben, weil die anderen Kunden weggebrochen sind.