Maschinenpark für "textile Kette" braucht Schub

Sehr gute Resonanz erfuhr der "Tag der offenen Tür" am Samstag am BSZ "e.o.plauen" in der Uferstraße. Das Berufsschulzentrum zeigte sein breites Portfolio an schulischen Ausbildungsgängen.

Von Ingo Eckardt

Plauen Es war einiges los im Schulhaus, es präsentierten sich die Fachschulgänge für Gestaltung und Technik, die Fachoberschule (FOS) für Gestaltung und die FOS für Technik, das Berufliche Gymnasium in der Fachrichtung Technikwissenschaft und natürlich die Berufsschule, an der man die theoretischen Bestandteile der Ausbildung in der Textil- und Bekleidungstechnik, der Holztechnik, der Elektrotechnik und Informatik, der Kraftfahrzeugtechnik und der Metalltechnik absolviert.
Erstmals zu einem "Tag der offenen Tür" wurde den vielen Besuchern die neue Holzwerkstatt gezeigt, in der seit Mitte letzten Jahres die Tischler-Lehrlinge und Absolventen des rein schulischen Berufsgrundbildungsjahres Holz unter modernsten Bedingungen ihr Handwerk lernen. "Dabei handelt es sich um eine vollzeitschulische Ausbildung mit hohem praktischen Anteil. Wer dieses Berufsgrundbildungsjahr absolviert hat, kann danach gleich ins zweite Lehrjahr der dualen Tischlerausbildung einmünden", erläutert Klaus-Peter Palme, seit 2013 Direktor der Berufsschule.
Gezeigt wurde am Samstag auch die CNC-Lasertechnik, die für eine besonders hohe Modernität steht. Man konnte eine tolle Resonanz von Kabinett A bis hin zur Turnhalle verzeichnen, lacht Palme und verweist darauf, dass es schon einige Spezialisierungen gibt, die "sein" BSZ "e.o.plauen" schon besonders machen. So gäbe es eine Fachoberschule und ein Berufliches Gymnasium mit der Spezialisierung auf Technik. "Junge Leute in die Technik zu bringen, ist wichtig. Sonst bekommen wir ganz schnell große Probleme im Technologiestandort Deutschland und natürlich auch in der Region", betont Palme.
Gewerbliche Technik und Gestaltung sind der Grundpfeiler im Bereich der Berufsausbildung am "e.o.plauen". "Wir haben da eine einzigartige derartige Ausbildung im Bereich Südwestsachsen. Junge Leute auch aus dem Zwickauer Raum sind häufig bei uns. Aus ganz Deutschland kommen Auszubildende für die exklusiven Berufsbilder Produktgestalter Textil und Textilgestalter des Handwerks", verweist Palme auf eine überregionale Wahrnehmung der Berufsbildungsstätte. Neben den Angeboten in den verschiedenen Räumen des BSZ gab es auch in den Fluren spannende Angebote zu entdecken. So hatten die Staatliche Studienakademie Plauen ebenso einen Stand aufgebaut wie die Westsächsische Hochschule Zwickau und die TU Freiberg sowie das sächsische Textilforschungsinstitut und das titv aus Greiz. "Im Bereich Textil und Bekleidung sind wir im Vogtland der wichtigste Standort Ostdeutschlands in Plauen", schätzt Palme ein und fordert im Gespräch eine Modernisierung der Ausbildung auch in diesem Gebiet. "Wollen wir die Ausbildung in der Textilbranche wirklich zukunftsfähig machen, müssen wir Digitalisierung in die Ausbildung bekommen, wir müssen auch in unserer Berufsschule Modernität zeigen und entsprechende modernste Technik vorhalten. Wollen wir die viel beschworene textile Kette im Vogtland ausbildungsseitig hinbekommen, müssen wir aufrüsten. Unser Maschinenpark braucht dringend einen Schub", ist sich Palme sicher und weiß damit auch Yvonne Magwas an seiner Seite. Die CDU-Bundestagsabgeordnete war am Samstag ebenfalls vor Ort und schaute sich um. Zu Gast war auch die tschechische Partnerschule aus Liberec (Reichenberg).
Palme hingegen lobt das deutsche System der dualen Ausbildung. Auch die Politik sei mittlerweile auf gutem Weg in Sachsen. "Durch die Einführung einer Ausbildungs-Mindestvergütung, das Azubiticket und die Anhebung der Zuschüsse bei auswärtiger Unterbringung auf nun 14 Euro pro Tag ist die Ausbildung attraktiver geworden."
Für die schulische Ausbildung am Beruflichen Gymnasium und der Fachoberschule können sich Oberschüler mit den aktuellen Halbjahreszeugnissen bis 31. März bewerben. Potenzielle Kandidaten für Ausbildungen in der Fachschule für Technik und die Fachschule für Gestaltung können sich ab sofort bewerben. Das gilt auch für die Interessenten am erwähnten Berufsgrundbildungsjahr. Pro Klasse müssen dafür mindestens 16 Schüler zusammen kommen. Zuletzt war es nie ein Problem, diese Anzahl zusammen zu bekommen.