Markneukirchner Stadtrat stellt sich vor Warwick

Lange überlegte Bürgermeister Andreas Jacob (CDU), ob er seine Gedanken über die jüngste Warwick-Berichterstattung in der Presse aus seiner Sicht kommentiert oder es lieber sein lässt. "Letztendlich siegte aber mein Gerechtigkeitssinn", bekannte das Stadtoberhaupt zur Sitzung des Stadtrates am Donnerstagabend im Rathaus.  "Das Presseecho war enorm, aber zu einseitig", befindet Jacob die Darstellungen über das Warwick Unternehmen im Gewerbegebiet Wohlhausen anlässlich des jüngsten Besuches von Bundespräsident Horst Köhler. "Um harte Arbeitsbedingungen ging es, um Entlohnung, die zu niedrig ist und um ein schlechtes Betriebsklima. Das sind Dinge - wenn sie so sind - die zu Verärgerungen führen", sagte der Bürgermeister. Aber seiner Meinung nach dürfe es bei solch einer einseitigen Darstellung über diese Firma nicht bleiben.

"Ja, wir brauchen Arbeitsplätze mit Vergütungen, wo am Monatsende noch etwas übrig bleibt - übrig zum Sparen, für Kultur, um mal in die Kneipe zu gehen. . . . In vielen Betrieben werde dieser Lohn aber nicht gezahlt - viele Firmen könnten ihn auch nicht leisten, sei es im Handel, im Dienstleistungssektor, in der Landwirtschaft. "Es gibt daher zahlreiche Menschen, die leider nur ein Brutto von 1100 bis 1200 Euro haben", so Jacob.

Jedoch sei für eine ehrliche Einschätzung aller Umstände aber auch zu sehen, dass Firmenchef Hans-Peter Wilfer für Aufträge vieler Art - sei es im Bauwesen, im Maschinenbau, bei Reinigungsleistungen und anderen Dingen - stets auf einheimische Firmen zurückgreife, was wiederum deren Arbeitsplätze sichere. Zudem habe er seinen Wohnsitz und damit Lebensmittelpunkt nach Markneukirchen verlegt, was auch nicht jeder Unternehmer mache.

"Mit seinem privaten Engagement trägt Herr Wilfer zudem sehr viel zur Verschönerung unseres Ortsbildes bei, so durch den Bau des Framus Museum, einem Denkmal an der Klingenthaler Straße sowie den Erhalt und Sanierung von Gebäuden plus Schaffung von Wohnraum. Weitere geplante Vorhaben stornierte er momentan leider", gab Jacob bekannt.   Die Stadt Markneukirchen könne sich zudem über einen nicht unerheblichen Warwick- Anteil an Gewerbesteuereinnahmen freuen, die das Unternehmen jährlich pünktlich zahle. "Im Übrigen glaube ich nicht, das diese Firma von der Wirtschaft gesuchte Leute bekommt, die CNC Maschinen bedienen können und dafür lediglich mit 4,50 Euro entlohnt werden - ohne abzustreiten, das Warwick solche Angebote abgibt und mit der Entlohnung nicht großzügig umgeht", bekennt der Stadtoberste.

Aber Jacob fordert eine umfassende Darstellung des Unternehmers samt Betrieb. Schließlich habe niemand im unmittelbaren Umfeld etwas davon, wenn der Betrieb künftig an einem anderen Standort agiert und damit Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätze ebenso wegfielen wie erwähntes privates Engagement und finanzieller Einsatz zum Gemeinwohl. Für sein Statement erhielt Jacob den ungeteilten Beifall der Ratsriege.  kiwi