Markneukirchens Bauamtsleiter geht in Ruhestand

Genau 18 Jahre und drei Monate engagierte sich Reinhard Pschera als Bauamtsleiter für die Stadt Markneukirchen. Vor vier Wochen jedoch nahm der 61-jährige Obervogtländer auf eigenen Wunsch seinen Hut, um vorzeitig in den Ruhestand zu wechseln.

Ein arbeitsreicher Lebensabschnitt liegt nun hinter ihm. Aber der gebürtige Erlbacher erinnert sich noch genau an den 1. Juli 1991, als er das Angebot vom damaligen Bürgermeister der Stadt Markneukirchen, Karl-Heinrich Hoyer, annahm und im Bauamt der Kommune als Mitarbeiter einstieg. Vier Monate später war Pschera bereits Chef im Bauamt.

Und wie es in einem bewegten Leben eben so ist, bestimmten auch bei ihm Hoch und Tiefs die Arbeit, "wobei die schönen Zeiten bei weiten überwiegen", erklärt er uns. Dazu zählen beispielsweise im Ortsteil Wohlhausen der Bau des Gewerbegebietes, des Wohngebietes "Am Pöhl" sowie der Ausbau der dort verlaufenden Bundesstraße B283, "obwohl dieses Projekt zehn Jahre dauerte", erinnert sich der Bauingenieur, der nach seiner Berufsausbildung "Betonbauer mit Abitur" in Leipzig die Fachrichtung Bauwesen studierte.

Zudem nahmen die Unterhaltung und der Bau von 34 Kilometern städtischer Straßen und 15 Kilometer öffentlicher Wege in Dörfern sowie die Strukturierung eines städtischen Bauhofes viel Zeit des Bauamtsleiters ade in Anspruch. "Dagegen befriedigt mich die Installation des Abwassernetzes in Markneukirchen nicht so recht", gibt Pschera zu. Viel zu lang dauert ihm das Projekt, sollte doch die Südvorstadt schon 1995 an das öffentliche Netz angeschlossen sein. Aber lange Behördenwege und geduldiges Warten auf Fördergelder seien schließlich dafür verantwortlich, das die letzten Enklaven der Musikstadt erst im kommenden Jahr angebunden werden können.

Auch der gesetzlich vorgeschriebene Rückbau von ursprünglich breiten Straßen wie der Erlbacher auf nur noch 5,50 Meter Breite schmeckt den in Sohl lebenden Vogtländer nicht so recht. Nun möchte sich der ruhende "Baulöwe" aber sehr viel Zeit für seine drei Enkel nehmen. Auch in die Pedale will der Vater zweier erwachsener Töchter künftig kräftig treten, um noch sehr lange fit und rüstig für seine Frau Margitta und die Arbeit im geliebten Garten zu sein. Morgen ehrt ihn Bürgermeister Andreas Jacob für seine geleistete Arbeit und verabschiedet den Rentner im Vorruhestand offiziell als Mitarbeiter der Stadtverwaltung.  Kiwi