Markneukirchens Anastasia stürmisch in Bad Elster gefeiert

Bravo! Toll! Grandios! Die Premiere des Musicals Anastasia im König Albert Theater in Bad Elster wurde stürmisch gefeiert. Auch von Sachsens Kultusministerin Brunhilde Kurth, die als Schirmherrin unter den Besuchern saß.

Bad Elster - Eigentlich war fast zu ahnen, dass das neuste Musical als schulisches Großprojekt des Gymnasiums Markneukirchen der Klassenstufen 9 bis 12 auf der Bühne im König Albert l wieder ein großer Erfolg wird. Bei den zwei Premierevorstellungen am Sonntag erntete das Musical immer wieder Zwischenapplaus und Standing Ovations zum Finale. "Bravo" schallte es aus dem Zuschauersaal, wo viele Eltern und Großeltern unter den Zuschauern saßen. Und sicher ist auch, dass die über 100 beteiligten Schüler in den zehn folgenden, bereits ausverkauften Vorstellungen überzeugen werden.

Mit wunderbaren Solisten und beeindruckendem Chorgesang (teilweise in Russisch), fabelhaften Choreografien der Tänzer sowie schillernden Kostümen der Schauspieler wurde die Geschichte der russischen Zarentochter Anastasia erzählt, deren Familie 1917 aus St. Petersburg vertrieben wird. Revolutionäre stürzen während der Oktoberrevolution den Zaren. Als die Paläste brennen, schafft es Anastasia, mit Hilfe des Dieners Dimitri zu fliehen. Während ihre Großmutter und ihre Tante Sophie den Zug nach Paris erwischen, bleibt Anastasia alleine zurück. Sie erleidet Gedächtnisverlust und wächst als "Anya" im Kinderheim eines russischen Dorfes auf. Ein paar Jahre später setzt Tante Sophie in ihrem Pariser Exil eine hohe Belohnung aus, um Anastasia wieder zu finden - ohne Erfolg.

Als Dimitri davon hört, sucht er mit Vladimir nach einem Mädchen, das sie der Zarenmutter in Paris präsentieren können - um die Belohnung zu kassieren. Das weckt auch großes Interesse bei Nina, einer Spionin der sowjetischen Regierung, die verhindern will, dass es Nachkommen der Zaren gibt. Bei ihrem Vorhaben läuft Dimitri und Vladimir die echte Anastasia über den Weg und sie erkennen die Ähnlichkeit mit der echten Prinzessin. Anastasia kann sich nicht an ihre Kindheit erinnern. Gemeinsam reist sie mit Dimitri und Vladimir nach Paris. Auch die Spione beschließen, nach Paris zu reisen. Dimitri lehrt Anastasia die adligen Manieren, um vor der Zarenmutter als Enkelin zu bestehen und es dauert nicht lange, dass sich beide ineinander verlieben. Bald erkennt Dimitri sie auch als echte Anastasia.

Indessen glaubt auch Spionin Nina an die Echtheit der Zarentochter. Dimitri und Vladimir arrangieren einen Theaterbesuch, bei dem Anastasia auf ihre Großmutter treffen soll. Anastasia erfährt von Dimitris Plan an die Belohnung zu kommen. Die Zarenmutter erkennt Anastasia an einer Spieluhr, die sie ihr einst geschenkt hat.

Währenddessen versucht Nina zu verhindern, dass bekannt werden könnte, dass Anastasia noch lebt und plant ihre Entführung. Am Ende verzichtet Dimitri aus Liebe zu Anastasia auf seine Belohnung, und Anastasia entscheidet sich gegen das Erbe der Krone und für Dimitri. Bei dem bis zum Schluss spannend inszenierten Musicals sorgten neben den Solisten auch viele farbenprächtige Szenen mit imposanten Tänzen - vom Ballett im stimmungsvollen Walzerklang über das populäre Kalinka bis hin zum temperamentvollen Pariser Can Can - für unterhaltsamen Genuss.

Die mittlerweile 13 Musicalproduktion des Gymnasiums Markneukirchen wurde traditionell in einer Koproduktion mit dem König Albert Theater Bad Elster aufgeführt. Die Projektleitung lag in den bewährten Händen der Lehrer Kerstin und Michael Straube, Dr. Enrico Weller und Michaela Bloszcyk sowie den Absolventen Christine Schramm, Otto A. Thoß und Sebastian Wildgrube. Für dieses Projekt innerhalb des musischen Profils überreichte Landrat Dr. Tassilo Lenk den Vogtländischen Ehrenpreis erstmals an ein Gymnasium.

Nach Lenks Worten formte sich in den letzten Jahren ein bis zu 100-köpfiges Ensemble, bei dem sich alle Beteiligten vom Beleuchtungsassistenten bis zum Hauptdarsteller als Teil eines Ganzen verstehen. Unterstützung kommt von Absolventen, die eine Laufbahn als Ballettchoreograf, Theaterpädagoge, Schauspieler oder Musikwissenschaftler eingeschlagen haben. Lenk sprach von Investition in die Zukunft, von praktizierter Talenteförderung - wie im Sport.