Markneukirchen: "Windrad-Bremse" gezogen

Markneunkirchen - Bürgermeister Andreas Jacob reicht es: "Die Stadt wird sich während meiner restlichen Amtszeit nicht weiter mit Windkraftanlagen beschäftigen", verkündete Jacob (CDU) in der Ratssitzung Dienstagabend.

Der Grund seien die anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen der Pro-Windrad-Bürgerenergiegenossenschaft Markneukirchen (Begma) und der gegnerischen Bürgerinitiative (BI) Hoher Brand. Bürgermeister Jacob sprach von Briefen und Drohungen "mit persönlichen Kränkungen gegen mich und meine Familie".

Den Beschluss des Stadtrates aus dem Jahr 2014 erklärte Jacob für nichtig: Damals stimmte eine Mehrheit dafür, der Begma städtische Flächen in Gopplasgrün bereitzustellen, falls es zu einer Genehmigung zum Windrad-Bau kommt. "Ich bin in der Begma involviert, die Rechtsaufsicht hat mir heute bestätigt, ich hätte nicht mit abstimmen dürfen."

Von einem Windpark mit bis zu 16 Anlagen sei nie die Rede gewesen. "Der Markneukirchner Stadtrat wird in der Öffentlichkeit zum Deppen abgestempelt, auch bei Nachbarkommunen und Zeitungslesern. Jacob werde unterstellt, zu lügen. "Ich kann versichern: Kein Rat hätte einem Bau von 16 Windrädern zugestimmt."

Am Ende meinte er bitter: "Ich bitte um Verständnis, dass wir in Markneukirchen nachgedacht haben, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten." In der Ratssitzung sprachen sich mehrere Abgeordnete für einen Bürgerentscheid zu diesem Thema aus. Dies könne eventuell zusammen mit der Bürgermeisterwahl am 7. Juni geschehen. K. M.