Markneukirchen mischt mächtig mit

Schüler programmieren Roboter, die "Verwundete" in einem Labyrinth finden. Zwei Vogtländer wurden in dieser Disziplin Vize-Europameister - und jeder kann sehen, was sie von ihrem Informatik-Lehrer halten.

MarkneukirchenDer kann mir mal den Buckel runterrutschen - das sagen manche über Leute, die ihnen gestohlen bleiben sollen. Aber es gibt auch andere Verwendungen für den Rücken: Felix Renner (14) und Ben Puggel (15) vom Gymnasium Markneukirchen haben auf ihre T-Shirts "#Schillarmy" geschrieben - das Wort setzt sich aus einem Teil des Nachnamens ihres Informatik-Lehrers Mirko Schiller zusammen und dem englischen Wort für Armee. "Die Jungs haben einen coolen Namen für ihr Team gesucht und mein Name spielt vermutlich eine Rolle, weil ich ein gutes Verhältnis zu ihnen habe, wie überhaupt das Klima an unserer Schule sehr gut ist, anders wären die großen Erfolge auch nicht möglich, schon wenn ich an die grandiosen Musical-Aufführungen denke."
Die beiden Jungs gehörten zu den 150 Teams aus 21 Ländern, die in Hannover um Titelehren kämpften bei der RoboCupJunior-Europameisterschaft 2019: Die Vogtländer holten den Vize-Europameistertitel!
Beim RoboCupJunior gibt es drei Kategorien - und immer sind Roboter zu programmieren: Die Maschinen spielen Fußball, sie interagieren mit Menschen oder sie finden "Verwundete". Die Schüler aus Markneukirchen haben in der Kategorie "Labyrinth" mitgemacht in der laut Schiller drei deutsche Teams am Start waren, zwei aus Frankreich, zwei aus Kroatien und eins aus Ungarn.
Lehrer Schiller war Augenzeuge des großen Erfolges und berichtet im Gespräch mit dem Vogtland-Anzeiger: In einer halben Halle, wo parallel die Ideen-Expo in Hannover stattfindet, war das Labyrinth aufgebaut, groß wie zehn Schreibtische: Die schuhkartongroßen Fahrzeuge der Teams - kleine Kettenfahrzeuge wie Bergepanzer - mussten selbstständig um Ecken und Kanten lenken, um Vorsprünge fahren und Abhänge meistern und Wegeentscheidungen treffen - links oder rechts: Bis der "Verwundete" gefunden ist. "Aufgabe der Programmierung ist den besten Fahrweg zu finden - in unbekanntem Gelände. Dabei handelt es sich nicht um künstliche Intelligenz sondern um logische Entscheidungen", erklärt Schiller.
Achtklässler Felix und Neuntklässler Ben gehören zur Informatik-Arbeitsgemeinschaft, in der ein knappes Dutzend Schüler mitmacht. Unter Anleitung von Informatik-Lehrer Schiller (der auch Gemeinschaftskunde, Recht und Wirtschaft unterrichtet) beschäftigen sich die Jungen und Mädchen mit der Gestaltung von Webseiten, sie programmieren Apps und knobeln am Bau und der Programmierung von Robotern.
Bereits im vergangenen Jahr waren (andere) Schüler aus Markneukirchen Deutscher Vizemeister beim RoboCup geworden. "Diesmal sind wir erstmalig international gestartet - und haben es gleich aufs Treppchen geschafft. Obwohl wir eigentlich gar nicht hätten starten dürfen", erklärt Lehrer Schiller. "Wir waren auf Platz 4 und wurden nur startberechtigt, weil einer vor uns zurückgezogen hat." ufa