Mario Martin: Bei Köhler lief viel schief

Vor laufenden Kameras der MDR-Sendung "Unter uns" hat Mario Martin am Freitagabend die letzten Wochen als Plauener Weihnachtsmann Revue passieren lassen. Vor allem sein Vorgänger musste sich harte Vorwürfe anhören.

Plauen - Mario Martin ist nach den Ereignissen um seine Person als Weihnachtsmann die Lust auf das Fest vergangen. Das sagte der 41-Jährige in der MDR-Talksendung "Unter uns", aber auch, dass Gerd Köhler in 18 Jahren Plauener Weihnachtsmann Fehler gemacht habe, ein Selbstdarsteller sei und betriebsblind wurde. "Da ist viel schief gelaufen", sagte Martin, ohne konkret zu werden. Mehr Details gab er zu den Drohungen gegenüber seiner Person bekannt. Geköpfte Schokoweihnachtsmänner, zerstochene Reifen und Morddrohungen am Telefon habe er bekommen. Eine ältere Stimme rief in der Nacht bei Martins an. Köhler sei es aber nicht gewesen. "Seine Stimme hätte ich erkannt."

Ausschlaggebend für den Rücktritt seien auch ein kritischer Kommentar in einer Wochenzeitung gewesen sowie die Händler des Weihnachtsmarktes. Martin könne nicht mit Kindern umgehen, hätten sie gesagt. Auch Eltern und Omas meinten, er sei nicht lieb, hieß es in der Talksendung. Noch schlimmer sei aber der Auftritt eines Zweitweihnachtsmannes gewesen, der das gleiche Kostüm wie Martin trug und sich an einem Glühweinstand kräftig bedient haben soll.

Mario Martin sollte und wollte alles besser machen als sein Vorgänger, und nach 13 Tagen Weihnachtsmarkt-Einsatz gab er auf. Der von der Marktleitung erhoffte Imagewechsel brachte genau das Gegenteil. Plauen dürfte die wohl einzige Stadt in Deutschland sein, die derzeit ohne Weihnachtsmann dasteht. Die Rolle des Weihnachtsmanns will Mario Martin nicht noch einmal ausüben. "Der seelische Druck mir und meiner Familie gegenüber war einfach zu viel", sagte er in der Fernsehsendung. Zu den vogtländischen Medien gegenüber war Martin weniger redefreudig. "Kein Kommentar", hieß es bei Anfragen.