Margittas neues altes Haus

Unscheinbar und verlassen stand das alte Haus an einer Landstraße ortsauswärts von Jößnitz. Nun hat es Margitta Schier, die Ikone der Weberhäuser, erworben. Binnen weniger Monate ziehen dank ihr Leben, Seele, Schönheit ein. Bald kann das Haus offiziell besucht werden - zum Tag des offenen Denkmals.

Von Frank Blenz

Plauen Bereits von außen sieht das alte Gebäude, ein vogtländisches Umgebindehaus aus dem 15. Jahrhundert, überaus einladend aus. Das Dach ist stilvoll schlicht und neu, vor allem aber dicht. Im kleinen Vorgarten stehen alte Holztische und Stühle zum Verweilen bereit. Blumen erfreuen den Betrachter, auf einem kleinen Tisch neben der Eingangstür sind Gläser voll selbst gemachter Marmelade platziert. In die kleinen Fenster im Erdgeschoss zu schauen lohnt sich unbedingt, denn der Raum ist für ein privates Fest fein gemacht. Auf der liebevoll gedeckten Tafel brenneng Kerzen, die Wände sind geschmückt, jedes Detail auf Kommoden und Schränkchen stimmt. Das Haus wirkt von außen klein, innen öffnet es sich gleich über drei Etagen. Nach und nach wird ein Kleinod daraus.
"Ich wollte dieses Haus schon immer gern haben. Über viele Jahre haben es verschiedene Menschen besessen. Dann hat es Jahr um Jahr gedauert, ich habe gespart und gespart und zu einem günstigen Preis zugesagt. Das Haus verfiel. Jetzt endlich ist es meins, ich bin sehr froh. Ja, nach und nach wird es schön", sagt Margitta Schier, die keine Eile hat. Sie lässt das Unfertige, das Morbide zu, so erhält der Ort sofort eine liebenswerte Atmosphäre. Viele kennen Margitta als "Hexe" der Weberhäuser, unermüdliche Initiatorin vieler kultureller Projekte und Veranstaltungen in der Elsteraue, bis hin zur Revitalisierung des Handwerkshofs. In Jößnitz fand ihr Talent ein neues Objekt.
"Ich baue mit der Familie, mit Freunden und Handwerkern Stück für Stück das Innenleben auf und aus, man kann hier feiern, man kann hier schlafen, man kann sich umschauen. Ich biete das Haus für Vermietungen an, ebenso mache ich Führungen und als nächstes kommt der Lageraum dran, dort wird eine kleine Galerie eingerichtet. Jößnitz ist ein einst beliebter Ort von Künstlern gewesen, ein Dutzend etwa haben hier gelebt. Diese Geschichten will ich thematisch einbringen", so Margitta Schier, die dazu beitragen möchte, die Dorfgemeinschaft wieder mehr zu beleben. Zum Tag des offenen Denkmals am 12. September wird Margitta Schier die Tür ihres Umgebindehauses öffnen.