Manöver Schneeflocke

"Manöver Schneeflocke" nennen die vier vogtländischen Straßenmeistereien in Reichenbach, Plauen, Adorf und Falkenstein ihre intensiven Vorbereitungen auf den Winterdienst.

Reichenbach - Zwar mag gerade keiner an Schnee und Eisglätte denken, aber der Winter kommt. Und deshalb haben die Straßenmeistereien ihre Hausaufgaben bereits gemacht. So warten 8800 Tonnen Auftausalz in vier Salzlagern, die randvoll sind. Wie Katja Ruddeck, Projektleiterin im Kreisbauamt für Straßenmeistereien, verrät, konnten mit dem Salzeinkauf im so genannten Frühbezug rund 132 000 Euro gespart werden. Müssen Lager im Winter aufgefüllt werden, kostet das erheblich mehr.

Zum Einsatz kommt im Vogtlandkreis laut Bodo Grunwald, Leiter der Straßenmeisterei Reichenbach, ausschließlich Natriumchlorid. "Wir streuen mit grobkörnigem Kochsalz", erklärt er, das bis minus zwölf Grad für einwandfreies Abtauen der Straßen sorge und sich in trockenem Zustand sehr gut über einen längeren Zeitraum einlagern lasse. Daneben steht auch die Technik startklar in den Garagen. Die jährlich geforderten Funktionsproben aller Fahrzeuge und ihrer Aufbaugeräte seien durchgeführt an allen vier Standorten, versichert Frau Ruddeck.

Im Vogtlandkreis stehen 17 eigene Winterdienstfahrzeuge, 27 Unternehmerautos, vier Multicars und sieben Schneeschleudern beziehungsweise -fräsen zur Straßenberäumung zur Verfügung. Mit diesem Fuhrpark werden insgesamt 1150 Kilometer Bundes-, Staats- und Kreisstraßen so weit wie möglich von Eis und Schnee frei gehalten. Dafür sind täglich bis zu 27 Mitarbeiter von 3 bis 22 Uhr im Winterdiensteinsatz. Doch Katja Ruddeck macht deutlich, dass in Spitzenzeiten auch rund um die Uhr geräumt und gestreut werde. Mitarbeiter räumen zuerst die Bundesstraßen. Auch ÖPNV, Schüler- und Berufsverkehr sowie Gefahrenstellen haben Vorrang. Dabei stimmen sich Straßenmeistereien auch mit der Polizei ab.

An der Verjüngung der Technik wurde in diesem Jahr ebenfalls gearbeitet. Der Landkreis hat zwei Unimog, einen Multicar und ein Streubandladegerät angeschafft für 250 000 Euro. Meist handelt es sich um einen Ersatzkauf. Neuerdings verfügen Streuer über eine GPS-Datenerfassung. Damit kann nachgewiesen werden, wann die Fahrzeuge wo im Einsatz sind. Und Einsatzlogistik, Kontrolle und Abrechnung verbessern sich. Derzeit laufen im Vogtlandkreis die letzten Arbeiten beim "Manöver Schneeflocke". Dabei werden an verwehungsgefährdeten Stellen auf zirka 25 Kilometer Länge Schneezäune aufgestellt. Während die Falkensteiner Kollegen damit bereits fertig sind, haben die Männer in Reichenbach, Adorf und Plauen noch bis nächste Woche damit zu tun. "Wir konnten erst anfangen, als die Bauern ihre letzten Ernten eingefahren hatten", begründet Bodo Grunwald die leichte Verzögerung.

Im vergangenen Jahr fielen am 27. Oktober bereits 30 Zentimeter Schnee. Trotz aller Winterdienstmaßnahmen, die die Mitarbeiter der Straßenmeistereien erledigen, bleiben Gefahrenstellen auf den Straßen. Deshalb raten die Verantwortlichen jedem Autofahrer, seine Fahrweise den winterlichen Straßenverhältnissen anzupassen. Das Salzlager der Straßenmeisterei Reichenbach ist mit 1200 Tonnen grobkörnigem Kochsalz randvoll gefüllt. Und auch die Technik steht einsatzbereit auf dem Betriebsgelände. Somit können Bodo Grundwald, der Chef der Reichenbacher Straßenmeisterei, und Katja Ruddeck, die Projektleiterin aus dem Kreisbauamt, "Wintervorbereitungen abgeschlossen" melden.