Manne aus Neundorf ist Plauens Witzbold 2010

Gaudi Max nannte sich ein amüsanter Abend, der Samstag im vollbesetzten Biergarten der Gaststätte Tennera über die Bühne ging. Gesucht und gefunden wurde der beste Plauener Witze-Erzähler: Manfred Künzel.

 

Polizisten, Kinder, Blondinen und so manche anderen außergewöhnlichen Geschöpfe halten seit jeher in der Welt der Witze, der pointierten Anekdoten, einen prominenten Platz inne. Sei es, weil ihnen Klugheit, Schlagfertigkeit oder Originalität nachgesagt wird (mitunter auch das Gegenteil) oder weil man eben trefflich über die Marotten, Schwächen und persönlichen Eigenheiten ausgelassen lachen kann.

 

Drei Kandidaten, allesamt begabte Witze-Erzähler, traten am frühen Samstagabend im Biergarten des Plauener Ausflugslokals Tennera vor ihr erwartungsfrohes, lachwilliges Publikum, um diese kleinen Storys zu erzählen, die allesamt lautstark mit Lachen, Johlen, Auf-die-Schenkel-klopfen, Klatschen und Quieken quittiert wurden. Manfred Künzel, Klaus Knoll und Frank Leonhardt aus Plauen zogen alle Register an Wortgewandtheit, Gestik, Mimik und das in gekonntem Plaunerisch.

Lachen ist gesund, wurde als Motto der Neuauflage der Veranstaltung "Gaudimax", die die Tennera-Terrasse zum Beben brachte, ausgerufen, obwohl der Wirt vorab zur Begrüßung ausdrücklich augenzwinkernd um ein leises Lachen wegen der Nachbarschaft bat. Aber die Gästeschar wollte etwas für die Gesundheit tun, um so stärker und länger anhaltend schwoll der Pegel des Jubilierens an, je besser, flotter, trockener und stilsicherer der Erzähler mit einer Pointe zum Ende kam.

 

Der Wettbewerb wurde ein Dreikampf mit Wucht und Laune. Manfred von Neundorf alias Künzel stand in seinem schicken, schlichten, schwarzen Hemd mit straff gekämmten Haar und offenem Blick wie selbstverständlich den zweihundert Zuhörern gegenüber. Wie beiläufig tropften ihm die kleinen Geschichten der Missgeschicke von Polizeistreifen, Blondinen oder Schulbesuchern über die Lippen. Der Manne holte Trumpf um Trumpf wie daheim, wenn die Verwandtschaft zu Besuch ist, aus der Tasche und sammelte Punkte um Punkte bei den Lachern. Die Konkurrenz namens Klaus von den drei Bergen und Frank von Plawe (beides Witze-Erzählerkünstlernamen) wehrte sich wortgewandt, im Dialekt der Plauener Straße, breit, weich, heimatverbunden.

 

Doch den Spitzen des Titelverteidigers (2008 hatte Künzel gewonnen) konnte das Duo nicht entscheidend Paroli bieten, etwas weniger Beifall, etwas leiser war bei ihnen der Jubel - für den Manne reichte es zum Sieg, Platz 2 ging an Klaus Knoll und Dritter wurde Frank Leonhardt. Der Letzte fühlte sich dennoch wie der Erste. "Ach ich hab mich herrlich amüsiert, es war ein schöner Abend und nächstes Jahr bin ich und die Kollegen wieder vor Ort um Witze zu erzählen". Nun werden die drei Originale Geschichten sammeln und vielleicht 2011 auf neue Konkurrenz treffen. va