Mann im Nachbarhaus verprügelt

Unsinnigen Gerüchten Glauben geschenkt, deswegen den missliebigen Nachbarn verprügelt und sich ein paar Wochen später mit ihm ausgesprochen - so könnte man in wenigen Worten die Geschichte des 41-jährigen Randolf (Namen aller Betroffenen geändert) aus Oelsnitz zusammenfassen.

Am Mittwoch wurde er am Amtsgericht Plauen wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 50 Tagessätzen zu je zwölf Euro, also unterm Strich 600 Euro, verurteilt. Es geschah in der Nacht vom 16. auf den 17. März in der Otto-Riedel-Straße. In der Wohnung von dessen Lebensgefährtin schlug Randolf dem fünf Jahre jüngeren Helmut mehrere Male mit der Faust ins Gesicht und gegen den Kopf. Der Erwerbsunfähigkeitsrentner hatte danach Kopfschmerzen, außerdem plagten ihn Schmerzen im Bereich des Jochbeins und schließlich erlitt er Schwellungen ebenfalls am Jochbein und an der Stirn.

Zum eigentlichen Tatvorwurf zeigte sich der Angeklagte geständig. Nach seinen Motiven befragt, gab er an, ihm sei zuvor zu Ohren gekommen, Helmut wollte seine Frau über das Treppengeländer werfen. "Und meiner Tochter, die damals schwanger war, wollte er in den Bauch treten. Außerdem wurde mir zugetragen, dass er sich an meinem Auto zu schaffen machen wollte", gab Randolf im Gerichtssaal zu Protokoll. Die Tat hatte der Oelsnitzer unter Alkoholeinfluss begangen.

Kuriosum am Rande: "Ich war beim Darten", antwortete der Beschuldigte auf die Frage, wo er den zuvor getrunken hatte. "Aha, Sie waren im Garten", stellte Richterin Andrea Hörr zwei Mal hintereinander fest. Das änderte aber nichts an der Tatsache, dass die Hauptverhandlung die Vorwürfe der Anklage gegen den mehrfach vorbestraften Randolf bestätigte. Randolf und Helmut gaben beide an, dass sie sich vor wenigen Wochen ausgesprochen hätten.

"Das Ding ist für mich erledigt. Er hat sich bei mir entschuldigt", erklärte Helmut und ergänzte, er hoffe auf ein mildes Urteil für den Beschuldigten. Mit ihrer Entscheidung blieb die Richterin geringfügig unter dem beantragten Strafmaß. Der Verurteilte und auch der Staatsanwalt erklärten bereits Rechtsmittelverzicht.