Mann geht auf Knöllchen-Felix los

Es ist ruhig um Plauens bekanntesten Hilfspolizist geworden. Knöllchen-Felix geht nicht mehr regelmäßig auf Parksünder-Schau durch die Innenstadt. Grund dafür ist auch ein Zwischenfall auf dem Altmarkt.

Plauen - Felix R. hat seinen Job als "Knöllchen-Felix" an den Nagel gehängt. "Ich gehe nicht mehr aktiv los", sagt der 29-Jährige im Interview mit dem Vogtland-Anzeiger. Im Februar und März machte der Plauener deutschlandweit Schlagzeilen, als seine zweifelhafte Freizeitbeschäftigung bekannt wurde. Der junge Mann fotografierte Falschparker in Plauen und meldete diese dem Ordnungsamt. Seit 2008 ging er seinem Hobby nach. Für mehr als 1500 Knöllchen soll er in dieser Zeit gesorgt haben. Zu Spitzenzeiten gab Felix R. bis zu 40 Fotos von Falschparkern im Rathaus ab.

Felix R. leicht verletzt

Nun tritt er kürzer. Nicht nur weil die Zahlungsmoral seit der Berichterstattung schlechter geworden sei, sagt er. "Ich bin angegriffen worden." Der Zwischenfall soll sich auf dem Altmarkt am Abend des 24. Mai abgespielt haben. Der Plauener fotografierte gerade zwei Autos im Halteverbot, als aus einem Café mehrere Leute auf ihn zu kamen. Eine Person soll sich laut Felix R. auf ihn gestürzt haben. Dabei fiel der 29-Jährige zu Boden. Bei dem gewaltsamen Angriff habe er sich auch leicht verletzt. "Ich hatte Schürfwunden." Der junge Mann konnte sich aus der Situation befreien und flüchtete in Richtung Klostermarkt. In der kleineren Gruppe hätte es noch Personen gegeben, die den Angriff verhindern wollten. "Meine Kamera war noch heil. Ich bin dann gleich zur Polizei", sagt Felix R. Hier laufen die Ermittlungen zu dem Angriff noch. Die Person sei noch nicht ermittelt worden, die den jungen Mann zu Boden riss.

Weg in die Selbstständigkeit

Der Plauener will sich nun auf seine neue Aufgabe konzentrieren. "Ich bin auf dem Weg, selbstständig zu werden." Felix R. will wieder für die Vermögensberatung arbeiten. An falsch geparkten Autos kann er aber trotzdem weiterhin nicht einfach so vorbei gehen ohne sich das Nummernschild aufzuschreiben und ein Beweisfoto zu machen. Bis zu zwei Autos seien es noch in der Woche, die er beim Ordnungsamt meldet. Beim Einkaufen oder Spazierengehen schreibe er sie auf.

Im Frühjahr äußerte er den Wunsch, eine Bürgerwehr zu gründen. Daran hat sich noch nichts geändert. Doch Felix R. bekommt keine Unterstützung bei seinem Vorhaben. "Wenn ich noch jemanden hätte, würde ich weitergehen", so der 29-Jährige. Ruhig ist es auch im Internet um den Plauener Hilfspolizist geworden. Die Webseite "Contra Knöllchen Felix" beim sozialen Netzwerk Facebook gibt es zwar noch, aber die letzte Aktualisierung war im April. Trotzdem verzeichnet die Seite noch immer 1086 Anhänger.