Mangel-Ware gerettet

Tiefenbrunn Gerettet! Das vermutlich letzte Haushaltsgerät aus der legendären Hofmann-Mühle am Dreiländereck Böhmen-Bayern-Sachsen bleibt der Nachwelt erhalten. Die Rede ist von einer um 1900 in Manufakturarbeit angefertigten Wäsche-Mangel der Firma F. L. Scheer aus Osterode im Harz. Das seltene Teil kam nach dem 2. Weltkrieg über verwandtschaftliche Beziehungen in das Anwesen von Hilde Puchta nach Tiefenbrunn. Aus dem Nachlass der mit weit über 90 Jahren gestorbenen Seniorin konnte die Gemeinde Eichigt das gute Stück jetzt als Leihgabe in Empfang nehmen. Mit der Zwangsaussiedlung der Deutschen Bevölkerung aus Böhmen ist auch die idyllisch gelegene Mühle und Gastwirtschaft von Willi Hofmann verfallen. Heute erinnern nur noch Mauerreste an das beliebte Ausflugsziel - und eine Mangel. Namen sind eben nicht Schall und Rauch. "Unsere" Mangel trägt den schönen Namen "Prinzess". In der Werbung der Firma Scheer heißt es: "Den Haushalt zu verbilligen und zu vereinfachen ist ein Gebot der Zeit! Trotzdem stehen noch viele Frauen bei anstrengender, zeitaufwendiger Arbeit tagelang am Plättetische anstatt durch Benutzung einer eigenen Mangel die Wäsche in einem Bruchteil der Zeit mühelos zu glätten." Empfohlen wird: "Bei der Beschaffung der Mangel ist Vorsicht geboten, handelt es sich doch um einen Gegenstand, der Generationen überdauern soll."
Wie wahr! Die "Prinzess" vom historischen Dreiländereck hat seit gut 120 Jahren ihren Dienst versehen. Damals wurde die "tadellose Ausführung, die vorzügliche Leistung und höchst bequeme Handhabung" gepriesen. Heute wissen wir: Eine Schleichwerbung war das nicht!
Jetzt hat die "Prinzess" im Eichigter Gemeindeamt vorübergehend ein Asyl gefunden. Eichigts Bürgermeister wäre es am liebsten, wenn die Mangel im alten Grenzland zu Bayern und Böhmen einen Platz der Erinnerung erhalten könnte. Dabei denkt er an die Ebmather Scheune "Dreiländereck", die Alte Schule Pabstleithen oder das Tiefenbrunner Gerätehaus.
Was es mit Hilde Puchta aus Tiefenbrunn und Willi Hofmann von der Mühle am Dreiländereck auf sich hat? Wir haben das Rätsel gelöst. Hildes Mutter hieß Linda. Sie hatte acht Geschwister. Eine Schwester, Hedwig, war mit Müller und Gastwirt Willi Hofmann verheiratet. CRS