Manfred Feilers Vielfalt im Blick

Es ist fast auf den Tag genau vier Monate her, dass der Maler Manfred Feiler im Alter von 94 Jahren gestorben ist. Derzeit ist in einer Ausstellung im Vogtlandmuseum (noch bis 26. Juli) eine kleine Auswahl seiner Werke zu sehen: vom leichten Aquarell bis zum abstrakten Ölbild.

Von Lutz Behrens

Nachdem 1961 Manfred Feiler aufgrund von ihm gemalter, abstrakter Bilder, die in der Kunsthandlung Geyer an der Bahnhofstraße in Plauen zu sehen waren, in einem (Freien) Presse-Verriss übel beschimpft worden war, tauchte er mit einem knappen Eintrag ein Jahr später im (DDR-)Künstlerlexikon des XX. Jahrhunderts auf; als "Blumenmaler". Daran wird erinnert, wer in der aktuellen Ausstellung Feilerscher Werke im weißen Ambiente des neuen Sonderausstellungsraum des Plauener Vogtlandmuseums die beiden Blumenbilder betrachtet. Und es wird augenfällig, welch bemerkenswerte künstlerische Entwicklung der Maler genommen hat. Da präsentiert sich ein traditionelles Blumenstillleben (Gouache auf Karton) aus dem Jahre 1945 noch ganz der Zeit verpflichtet im augenfälligen Kontrast zu einem 2007 entstandenen Blumenbild in gleicher Anordnung (Öl auf Leinwand). Der Unterschied ist frappierend. Damals konventionell, fast brav zu nennen, dann, mehr als fünfzig Künstlerjahre später, souverän und mit meisterhafter Hand gemalt.
Thematisch zusammengestellt findet der Betrachter die von Feiler in einer Serie und in unterschiedlichen Techniken ins Bild gesetzten vogtländischen Burgen und Schlösser, verschiedene Landschaftsansichten oder auch einem gesellschaftlichen, philosophischen Thema zuzuordnende Werke. Drei abstrakte Bilder zeigen auch diese Seite des vielseitigen Künstlers. Reizvoll ist es, die Darstellung von Schloss Zedtwitz als Aquarell oder in Öl zu vergleichen. Da überrascht aber auch ein Rabbiner (2013); oder wir finden die eher undifferenziert wirkenden Gesichter auf dem Ölbild Die im Dunklen sieht man nicht.
Plauen ist ein wichtiges Thema für Feiler. Er gestaltet eine überbordende Vision (2014) seiner Heimatstadt und erinnert an ihre Zerstörung im Zweiten Weltkrieg (Bomben auf Plauen, 1994).
Überzeugend ist aber für mich immer wieder ganz besonders die Landschaft, die von Feiler in seiner ihm eigenen, neoimpressionistischen Manier in den Blick genommen wird. Ob nun die detailreiche Gestaltung eines Winterwaldes oder die Sicht auf die verhaltene Schönheit und Herbheit unserer Heimat (Blick ins Vogtland), immer zeigt sich der Botschafter des Vogtlandes, als der Feiler apostrophiert wurde, als Meister seines Metiers.
2014 machte der Künstler seiner Stadt das großzügige Geschenk eines größeren Konvolutes an Arbeiten. Im Gegenzug wurde vereinbart, ein Feiler-Foyer im Plauener Rathaus zu etablieren. Wir dürfen gespannt sein, wenn dieses Vorhaben nach dem Umbau in die Tat umgesetzt werden wird. Wer bis dahin eine Wiederbegegnung mit Bildern von Manfred Feiler nicht missen will, dem sei die Ausstellung im Museum empfohlen.
Zu besichtigen ist die Ausstellung bis zum 26. Juli von Dienstag bis Sonntag jeweils von 11 bis 17 Uhr.