Manfred Eberwein zu Tränen gerührt

Die Stimmung am Mittwoch im Rathaus war zwar gut, wirklich gerne lassen die Plauener "ihren" Manfred Eberwein nicht gehen. Zwölf Jahre war der SPD-Politiker Baubürgermeister in der Stadt. In dieser Zeit sorgte er für Veränderungen, Erfolge und immer wieder auch amüsante Momente.

Plauen - Die letzte Stadtratssitzung, der letzte Ausschuss, die letzte Straßenfreigabe, der letzte Arbeitstag. Plauens langjähriger Baubürgermeister Manfred Eberwein hat sich in den vergangenen Wochen langsam von seinem liebgewordenen Amt verabschiedet. Den Höhepunkt dabei dürfte es am MIttwoch gegeben haben. Nach der offiziellen Verabschiedung im Stadtrat im Juli und von der SPD-Fraktion sowie der Ortsgruppe im August folgte nun noch Eberweins persönliche Einladung zum "Tschüss"-sagen.

Ursprünglich wollte sich der 65-Jährige in einem Raum im Rathaus von Mitarbeitern, Weggefährten und Freunden in Plauen verabschieden. Doch der stets freundliche und ruhige Manfred Eberwein hatte wieder einmal nicht mit "seinen" Plauenern gerechnet. Es wollten sich so viele Leute von ihm verabschieden, dass die Veranstaltung kurzerhand in den Ratssaal verlegt werden musste.

Nach den Dankesworten von Kerstin Schicker, Leiterin des Bereichs Bau und Umwelt im Rathaus, war Eberwein den Tränen nahe. Die Worte wollten in diesem emotionalen Moment, in dem er noch einmal die gesamte Rathaus-Mannschaft vor sich versammelt sah, nur schwer aus ihm heraus. Zwölf Jahre führte er die Geschicke in seinem Geschäftsbereich. "Das hat mich bewegt", sagte Eberwein nach Schickers endenden Worten "denken sie an uns zurück". "Ich würde sie gerne alle jetzt drücken, das geht aber schlecht", meinte Eberwein. Sekt und Häppchen hatte er vorbereitet.

Die Entscheidung, am 1. September in den Ruhestand zu gehen, sei bereits vor fünf Jahren gefasst worden. In seiner Amtszeit habe er die Stadt lieben und ihre Menschen schätzen gelernt. "Ich danke noch einmal allen, die mitgeholfen haben, dass sich Plauen so verändert hat", sagte Eberwein und gestand auch, dass nicht immer alles gelungen sei. "Es ist wie in einer Familie." Der Abschied aus Plauen fällt dem SPD-Mann wirklich nicht leicht. "Ich gehe schweren Herzens weg. Plauen ist eine tolle Stadt, manchmal sehen das die Bürger nicht." Die Schlange vor Manfred Eberwein wollte gestern Mittag im Rathaus gar nicht mehr enden. Jeder, der in den letzten Jahren mit dem Baubürgermeister zu tun hatte, wollte sich von ihm verabschieden. Neben vielen Blumen und Weinpräsenten waren es vor allem selbst gebastelte Geschenke, die überreicht wurden.

So bekam Manfred Eberwein symbolisch gleich zwei Pflastersteine der Neundorfer Straße als Abschiedgeschenk. Unter den kuriosen Überraschungen dürfte aber ein verstrickter Poller, der in einem bepflanzten Blumenkübel steckt, das Rennen gemacht haben. Umwickelt war er zudem mit einem für Eberwein typischen roten Schal. "Die Poller haben uns viel Ärger aber auch Spaß bereitet", sagte Kerstin Schicker. Den "mobilen" Poller kann der 65-Jährige an einer beliebigen Stelle in seinem Heimatort Sömmerda aufstellen. Besonders freuen dürfte sich auch Eberweins Frau über eines der Abschiedgeschenke. So bekam der Baubürgermeister auch einen Magnolienbaum. Zufällig habe sich seine Frau genau solch eine Pflanze gewünscht. Sehr gefreut hat sich der angehende Ruheständler auch über ein Buch seiner Verwaltung. Darin sind Fotos, Artikel sowie Erinnerungen aus der zwölfjährigen Amtszeit zusammengetragen worden.

In dieser Zeit seien in Plauen unter anderem 29 Straßen, elf Brücken und sechs Schulen saniert worden. Den Kita-Neubau in der Elsteraue und die Entstehung des Industriegebietes Oberlosa seien nennenswerte Projekte gewesen. Dazu gehöre auch der Schwarze Steg beim Stadtbad über die Weiße Elster. Die Hängebrücke erinnere ihn immer etwas an die Golden Gate Bridge.