Maler aus Elsterberg feiert 90. Geburtstag

Elsterberg - Ein Sohn der Stadt Elsterberg feierte am Samstag seinen 90. Geburtstag: Der Maler und Sgraffito-Künstler Kurt Opitz. Da trifft es sich gut, dass derzeit einige seiner Werke im Seniorenzentrum "Franz Rohleder" zu sehen sind: Stilleben mit Früchten und Gemüse, Elsterberger Stadtansichten, Häuser im Tremnitzgrund, die nicht mehr stehen, ein Blick über den Steinermühlenteich.

 

1919 in Elsterberg geboren, besuchte Opitz hier die Volkschule und lernte danach Dekorationsmaler bei Karl Fritz Weber, der seine Werkstatt im Tremnitzgrund hatte. Nach einem Jahr Arbeitsdienst und Besuch der Plauener Kunstschule bei Kurt Geipel wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. "Glücklichen Umständen in der Wehrmacht habe ich es zu verdanken, dass ich 1942/43 für ein halbes Jahr in Berlin-Charlottenburg an der staatlichen Kunsthochschule studieren durfte", erinnert sich der rüstige Jubilar im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Ausbildung in Berlin sei die Basis für seine späteren Arbeiten in den Techniken Sgraffito, Putzschnitte oder Fresken. Nach Kriegsodyssee in Italien, Frankreich und in Ostpreußen geriet er in russische Gefangenschaft und kehrte erst im Spätherbst 1948 nach Elsterberg zurück. Dort meldete er sein Gewerbe als Kunstmaler an, bewarb sich für den Verband Bildender Künstler, dessen Mitgliedschaft wichtig gewesen sei für das Erhalten staatlicher Aufträge, wie sich Opitz erinnert.

Und er heiratete 1950. Ein Jahr später bezog die Familie die Reinsche Villa in der Moschwitzer Straße. Ein Gebäude das 1884 erbaut wurde - auf historischem Gelände in der Weßnitz: Hier stand die erste Elsterberger Burg.

Die Kunst am Bau, besonders Sgraffito-Arbeiten (eine Kratztechnik) schuf Opitz in den folgenden Jahren. So entstand 1955 in Elsterberg an einer Hausfassade das Werk "Robert Möckel und die Tänzer in vogtländischer Tracht" oder 1957 der Handweber am Wohnhaus am Schlossberg. Bis 1990 hat Opitz baugebundene Arbeiten gefertigt. So in Greiz (Baufachschule-Werdauer Straße), an Wohnhäusern in Jena-Lobeda oder an der Schule in Tanna. Dazu hat er in all den Jahren auch Bilder in Öl oder Aquarell gemalt, meist Landschaften, aber auch Stilleben. j.st.