Maikundgebung im Vogtlandgarten in Plauen

Plauen - Zur Maikundgebung des vogtländischen DGB kamen am Samstag rund 300 Teilnehmer auf das Gelände des Vogtlandgartens in Plauen. Das landesweite Motto lautete "Wir gehen vor! Gute Arbeit - Gerechte Löhne - Starker Sozialstaat". Auch Parteien wie die SPD und Die Linke waren mit Ständen präsent.

Zudem lagen Listen aus, in denen Bürger ihre Unterschrift für einen neuen Verbotsantrag der NPD leisten konnten. Der Chef der IG-Metall Südwestsachsen Stefan Kademann beschrieb in seiner knapp einstündigen, sehr emotional vorgetragenen Rede den Zusammenhang zwischen wachsendem Reichtum auf Seiten des Kapitals und der unsicheren Situation der Arbeitnehmer. Dumpinglöhne, Zeit- und Leiharbeit, Auslagerungen, Flexibilisierung, befristete Arbeitsverträge - alles Instrumente gegen die Arbeiter, gegen jene, die die Werte im Land schaffen, führte Kademann aus.

Der Gewerkschafter forderte, dass Demokratie und Anstand nicht vor den Firmentoren aufhörten. Im Übrigen müsse auch das Thema Arbeitszeit wieder auf den Tisch. "Wir haben schon für eine 35-Stunden-Woche gekämpft. Wir müssen nun in der Tat diskutieren, wie die vorhandene Arbeit auf viel mehr Schultern verteilt werden kann", so Kademann.

Auch für den Kundgebungsteilnehmer Dietrich Baumann galt das Gebot der Stunde, sich für gerechte Löhne einzusetzen. "Ich bin selbst schon Rentner, aber wenn ich sehe, was im Land abgeht, muss man sich einfach einsetzen, dass es fair zugeht. Die Leute müssen von ihrer Arbeit leben können, und es müssen überhaupt mehr Jobs her", sagte der Plauener.

Constanze Schumann, Regionalvorsitzende Vogtland der IG-Metall, zeigte sich nach der Veranstaltung etwas enttäuscht über die Resonanz: "In den vergangenen Jahren kamen mehr Leute", sagte die IG-Metallerin. Gegen Mittag fuhren zwei Busse mit vogtländischen Bürgern direkt von der Maikundgebung nach Zwickau, um vor Ort an der Gegendemo zu einem NPD-Aufmarsch zu demonstrieren. fb