Mahnwache für toten Libyer

Mahnwache für den toten libyschen Asylbewerber Ahmed J.: Rund 20 Plauener haben sich am Samstagnachmittag vor dem Asylbewerberheim in der Kasernenstraße sowie in der Innenstadt versammelt, zündeten Kerzen an und entrollten Transparente mit der Aufschrift "Im Gedenken an Ahmed J.".

Die zumeist jüngeren Leute zeigten sich betroffen vom Tod des Libyers, der am Freitag im Asylbewerberheim starb. Einzelne Teilnehmer äußerten Kritik an der Heimunterbringung der Flüchtlinge: "Die Zustände in den Gemeinschaftsunterkünften sind schlecht. Es gibt keinerlei Privatsphäre. Das Heim in Plauen ist völlig überfüllt", erklärt die 23-jährige Paula Meinel. Die Initiatoren der Mahnwache forderten Aufklärung darüber, ob der Tod des 43-jährigen Libyers, der eine Frau und ein knapp einjähriges Kind hinterlässt, hätte verhindert werden können, wenn rechtzeitig medizinische Hilfe geholt worden wäre.

Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln gegen einen 43-jährigen Wachmann. Ihm wird vorgeworfen, keinen Rettungsdienst gerufen zu haben. Der Libyer hatte sich auf eigenen Wunsch aus dem Krankenhaus entlassen lassen. Vor seinem Tod klagte er über starke Schmerzen. Manuel Igl

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