Märchenstunde am Karussell

Es geht wieder rund im Freizeitpark Plohn: Die neue Attraktion, ein aufgehübschtes nostalgisches Karussell aus dem Jahr 1969, lädt unter anderem zu vielen Runden ein.

Wildenau/Plohn - Viele Hände halfen mit, dass aus dem einstigen "Schönsten Pferdekarussell Europas" wieder ein Schmuckstück wurde. Zwei Hände davon gehören dem Wildenauer Fassaden- und Kunstmaler Andreas Schott (46). "Es war mein erster großer Auftrag vom Freizeitpark", verrät er.

 

Anvertraut hat Märchenpark-Inhaber Arnfried Völkel dem Wildenauer Kunstmaler 48 große und über 60 kleine Glasfasertafeln, damit er diese mit Motiven bemalt. Drei Monate hat Schott dafür gebraucht. Eine märchenhafte Zeit, denn ausschließlich Märchen und Legenden in üppiger barocker Malweise hat Andreas Schott auf die Tafeln "gezaubert". Ursprünglich seien auf dem Karussell, das auf den Namen "Alt Wien" hörte und seit 1969 von dem Schausteller Rudolf Krick aus Fürth betrieben wurde, Nostalgiebilder aus dem Wiener Prater zu sehen gewesen. Zuletzt dreht sich die Reitschule samt 40 Pferden und zwei reich verzierten Kutschen im Heidepark Soltau - von 1983 bis 2008. Dann wurde es von Arnfried Völkel, immer auf der Suche nach neuen Fahrgeschäften, erworben.

 

Vor gut zwei Jahren befand sich das einstige "Alt Wien" in miserablem Zustand. Pferde, Kutschen und die schön bemalten Tafeln wurden generalsaniert, sandgestrahlt, neu lackiert und bemalt. Aschenputtel, Schneewittchen, Rotkäppchen und der böse Wolf, ja sogar Baron Münchausen grüßen ab morgen die Kinder vom Karussell herab. Als einen besonderen Auftrag bezeichnet Andreas Schott diese Arbeit. Denn sonst ruft man den Meister der Lüftl- und Illusionsmalerei, um die Fassade oder die Wand einer Gaststätte mit Heimat-, Tier- und Dekomotiven zu verschönern. "Optischen Beschiss" nennt Schott augenzwinkernd seine Illusionsmalerei, die der gelernte Maler sich in den vergangenen Jahren immer mehr aneignete - bis zur Perfektion. Kunst studiert hat der selbstständige Maler nie, dafür tut das jetzt seine 22-jährige Tochter Rebekka, auf die der dreifache Papa recht stolz ist. Schott ist Autodidakt. Doch das, was er anpackt, kann sich sehen und hören lassen. Hören deshalb: Seit 20 Jahren spielt er das Akkordeon bei den "Stangengrüner Lausbum" - hier in der Region beliebt und oft gebucht. Nach einer Schaffenspause ist Schott mit den anderen musikalischen Mitstreitern seit 2010 wieder auf Tour. "Alle 14 Tage ein Konzert. Das ist schon ganz schön viel." Cornelia Henze