MäcGeiz hinterlässt Loch im Elster Park Plauen

Plauen - Geiz ist geil. Kein anderer Werbeslogan dürfte sich so flächendeckend und raffiniert in die Hirne der Deutschen eingegraben haben wie der einer großen Kette für Multimedia-Produkte. Und dann gibt es da noch den anderen Discounter, der sich MäcGeiz nennt, ebenfalls bekannt für Schnäppchen jedweder Art, vom preiswerten Schulheft für den Erstklässler bis zum erschwinglichen Gartenstuhl im Sonderangebot.

Seit einiger Zeit hatte sich auch eine derartige Filiale im Elster Park angesiedelt - nach der auf der Bahnhofstraße die zweite in Plauen. Seit kurzem aber geizt man dort auch mit Öffnungszeiten und Angebot: Die Filiale ist geschlossen, per Plakat bedankt man sich für die Kundentreue. 400 Quadratmeter Verkaufsfläche stehen leer und der vorbei eilende Center-Besucher übt sich in Spekulation, wer hier als nächstes sein Sortiment anbieten wird.

Ganz genau möchte oder kann das auch Center-Manager Dirk Brückner derzeit nicht sagen. Denn ihm sind momentan die Hände gebunden. MäcGeiz sei bekanntlich in Insolvenz gegangen. Während des Insolvenzverfahrens sei die Kette nicht befugt, die Mietfläche zu veräußern, gilt also derzeit noch als Mieter. Im Klartext: Brückner komme, wie er selbst sagt, an die Fläche nicht ran, obwohl es Interessenten gäbe. Der Bedarf sei also vorhanden, sowohl hinsichtlich einer Privatperson aus dem Umfeld Plauens, als auch einer anderen Discounter-Kette. "Ein Vertrag mit einem der beiden Interessenten wird derzeit vorbereitet", avisiert Brückner. Und fügt an alle Nasen-platt-Drücker vor dem geräumten Objekt an: Die Fläche wird gewiss nicht monatelang leer stehen.

 

Derzeit befindet sich Mäc Geiz bundesweit in den Schlagzeilen, nachdem sich für das im Mai in die Insolvenz gegangene Unternehmen ein österreichischer Käufer gefunden zu haben scheint. Es handelt sich um den Handelskonzern Management Trust Holding (MTH), der 184 Filialen von Mäc Geiz-Gründer Dirk Bolmberg erwarb, der den Billigheimer 1994 in Landsberg gegründet hatte.

Damals übrigens mit der festen Überzeugung, dass es nichts gebe, was man nicht verkaufen könne - nun vermutlich um die Erfahrung reicher, dass es sich dabei auch um das eigene Unternehmen handeln kann. Die restlichen 75 Filialen hatte sich vor wenigen Tagen bereits NKD gesichert. Insolvenzverwalter Lucas Flöther will zum Kaufpreis keine Aussagen treffen - um ein Schnäppchen für die drei Bewerber habe es sich allerdings nicht gehandelt. Derzeit heißt es seitens der Österreicher, dass die 1300 Mitarbeiter in den Filialen übernommen werden sollen. tp