Maddin und die Schicksalsschläge

Mit ergiebigen Zwerchfellattacken strapazierte am Samstag der Starkomiker Maddin Schneider rund 250 Zuschauer im König Albert Theater.

 

Bad Elster - Der aus dem Fernsehen bekannte Komödiant begeisterte erneut seine vogtländischen Fans mit einem "Hallo ich bin der Maddin" und seinem neuen Programm "Lach oder stirb". Mit seinem typisch bedächtigen Sprachtempo im hessischen Dialekt und einer beispiellosen Gesichtsakrobatik amüsierte er das Publikum mit existentiellen Grundproblemen des Lebens, verpackt in eine aberwitzige Alltagsgeschichte: Ein Dixi-Klo wird für Maddin zur gefährlichen Falle, denn der Türriegel lässt sich trotz aller verzweifelten Versuche nicht mehr öffnen. Vor Lachen krümmte sich das Publikum über Maddins tiefgründige Schilderungen seiner aussichtslosen Lage im Kampf ums Überleben, während er sein Leben noch einmal Revue passieren lässt. Das stille Örtchen wird zum Raum der Erkenntnis.

 

Und Maddin klagt über eine Serie von schweren Schicksalsschlägen, "die sooo gaar nich im Kalendeer stehe, des man sich druf eirichte könnt" und erzählt von seiner "Omma", die schon immer sagte, dass "zwei Unglücke meistens zu dritt komme." Da ist zunächst auch seine Freundin "Schaanin" die ihn jedes Jahr im Mai zum Frühjahrsputz entsorgt und dann selber im August wiederkommt. Und diesmal, "da kommt ihr net druf, nach fufzeh Jahr wollt die heirate. Des is doch Läscherlisch!", meint Maddin, der doch vor allem Wert legt auf "Kontinenz" und "Inkontinenz" tatsächlich hasst. Und dann kündigt ihm der Vermieter auch noch die Wohnung und vorbei ist es für den Vegetarier mit dem geliebten "mediterranen" Wohnen.

 

Doch mit "messaschafen Überleschungen" findet Maddin eine Lösung, der sich auch längst "geswchore hat, nie mehr nach hinne zu gugge". Er kauft sich ein Haus. Ein "Superschnäppsche" das zwar so aussieht wie die Villa Kunterbunt, aber total verschimmelt ist. Grund genug für Maddin, mit dem Publikum ausgiebig über guten und schlechten Schimmel und die Besonderheiten von schimmelfester Tapete zu philosophieren. Und er weiß auch zu gut über Dinge, wie von einem "Vor-Koschten-Anschlaach" des "Arschichtekten" zu berichten und wie dann ein Mittwoch zum schwarzen Montag wird, weil die Baufirmen alle Pleite gehen und Freundin "Schaanin" ab sofort nur noch auf "Rocknroller" steht und nicht mehr auf Seemannslieder für Forellenangler.

 

Und dann noch dieser Horrortrip, als für Maddin die Dixi-Toilette zur Falle und es draußen schon "sackdunkel" wird, während er zu überlegen beginnt, was er im Falle des Überlebens noch alles erledigen will: Auf alle Fälle würde er da zum Beispiel einen Fonds für verwaiste Froschkinder gründen, hat er doch unglücklicherweise zu seinem zehnten Geburtstag einen Frosch mit dem Fahrrad überfahren. Und vielleicht wird er auch Manns genug sein, um sein "erodisches" Abenteuer mit der Freundin seines Kumpels zu beichten. Das sind gute Vorsätze und den Zuschauern bleibt bis zum Schluss vor Lachen erneut kaum Zeit zum Luftholen, als Maddin anschaulich schildert, wie er sich bei Mondschein mit letzter Kraft und Schunkeln in der Dixi-Box aus seiner "Latte-Macchiato"-Suppe befreit.