Machwerk als Frontmann des Geschlechterkampfes

Als leicht bekömmliches, schmackhaftes Dessert ließe sich bezeichnen, was Kabarettist Matthias Machwerk dem Publikum im Reichenbacher Neuberinhaus am Sonntag bot.

Ein humorvoller Mix emotionaler Erlebnisse zwischen Mann und Frau und dazwischen viel "Menschelndem" unter dem Motto "Frauen denken anders - Männer nicht". Der Gerd Müller des Geschlechterkampfes erschien überaus seriös in Anzug samt weißem Hemd und gleichfarbenen Schuhen, ausgestattet mit statistischem Wissen und dem ungebrochenen Willen zur Kommunikation mit dem Publikum auf der Reichenbacher Bühne, sehr zur Freude der zahlreich erschienenen Damenwelt. Das Geschlechterthema sei das härteste Thema, was es überhaupt gibt, zeigte sich der abwechselnd in Berlin und Dresden lebende Künstler überzeugt. Und die von oihm bemühte Wissenschaft scheint ihm Recht zu geben.

Es gibt sehr gewichtige Geschlechterunterschiede - nicht nur die zur Vermehrung bekannten. Das kleinere, aber leistungsfähigere Gehirn der Frau, die weibliche Sprache und deren Intensität - bis zu 8000 Wörter sprechen Frauen täglich - führte er als Beweis an. Die Männer dagegen verstünden oft gar nicht was sie überhaupt meinen, wenn sie von dem Diamanten und den Ohrringen reden, bricht der Kabarettist eine Lanze für seine Geschlechtsgenossen. Und natürlich warnt er auch vor den zahlreichen Gefahren der Internet-Kontaktbörsen. Selbnstverständlich kommtder mittlerweile 44-Jährige auch nicht am Thema Alter und Altern vorbei.

Die durch eventuelle Gesundheitsreformen weniger unterstützte Vermehrungsfähigkeit, die nachgewiesen schnellere männliche Alterung, der prognostizierte Ärztemangel, Alkohol als An- und Aufbaumittel spricht er an und vergisst auch nicht den wertvollen Tipp, eine Krankenschwester als seine Traumfrau auszuwählen. "Da habt ihr im Alter billiges Pflegepersonal". Außerdem plädiert der studierte Politwissenschaftler für einen Gleichstellungsbeauftragten für Männer. Neben ausgesprochen weiblichen Themen sprach der bekennende Frauenversteher schließlich auch gemeinsame Themen an. Offen blieb am Ende, wer denn nun die besseren Menschen sind - Frau oder Mann? Am meisten gelacht haben jedenfalls die Frauen.