"Möge es der Family gutgehen"

Mit einem großen Sommer-Familienkonzert gastierte der irisch-amerikanische Sänger und Musiker Angelo Kelly mit seiner Frau Kira und fünf gemeinsamen Kindern im bereits schon im Vorfeld seit Wochen ausverkauften Naturtheater.

Von Steffen Adler

Bad Elster  Das rund zweistündige Konzert erinnerte an die legendäre Kelly Family, die Mitte der 1990er Jahr zu den kommerziell erfolgreichsten Interpreten in Europa gehörte. Angelo Kelly, jüngstes Mitglied der Pop- und Folkband, begann im Jahr 2006 zunächst eine Solo-Karriere und steht nun wie einst seine Eltern mit der ganzen Familie auf der Bühne. Den 1500 Zuschauern präsentierte er mit seiner Frau Kira und den Kindern Gabriël, Helen, Mary, Joseph und William sowie einer sechsköpfigen Band eine Mischung aus irischen Klängen, Pop und Folk. Begeistert jubelten die Fans, als Songs wie "Lord of the Dance" und "You have a place" oder auch "Star of the County down" erklangen. Dazu waren auf einer Leinwand im Hintergrund stimmungsvolle Filmsequenzen irischer Landschaften sowie von Frontmann Angelo und seiner Familie zu sehen. Gern stimmen die Zuschauer in Songs wie "What a wonderful World" und sogar in das irische Volkslied "Oró Sé Do Bheatha ‚Bhaile" ein, das Angelo Kelly & Family auf gälisch vortrugen. Zuvor probte Angelo den Refraintext mit dem Publikum, der außerdem unterstützend auch noch in Lautschrift in den Bühnenhintergrund projiziert wurde. Mal fröhliche und rockige und ebenso melancholische Songs zählten zum ausgewählten Repertoire. Dazwischen begeisterten auch einige perfekte Drum-Solos, bevor der Song "Like the movies"- im Duett vorgetragen von Angelo und seiner Frau Kira- ihrer ersten Begegnung als Kinder in Warnemünde gewidmet war. Neben dem Country-Song "A life thats good", der ursprünglich gemeinsam mit Stefanie Hertel entstanden ist, erfreuten ebenso die erfolgreichen Songs "Irish Heart" und "Love side effects". Viel Applaus erntete außerdem der emotionale Song "Always be there" als persönlicher Wunsch Angelos, der seit sechs Jahren in Irland lebenden Family möge es immer gut gehen, sowie auch der Song "Let go", den Sohn Gabriel mit seiner Mutter Kira vortrug, und der vom Loslassen erzählt, wenn ein Kind langsam erwachsen wird.
Leider drängte eine nicht unerhebliche Geräuschkulisse und bassgesteuerte Tiefenwirkung die stimmlichen Qualitäten unvorteilhaft in den Hintergrund. Ein Geheimnis von Angelo Kelly wird es wohl auch bleiben, warum er im zweiten Teil des Konzerts die Mitarbeiter des Caterings- die in den Reihen der Zuschauer Getränke anboten- mit den Worten "Die kommen schon zu Euch, wenn sie was wollen" verbannte, obwohl diese weniger störten als ständig laufende Zuschauer bei 1500 Besuchern.
"Da habe ich viel Geld bezahlt und dann hupfen die Fans vor der Bühne und nehmen dem Publikum in den ersten Reihen komplett die Sicht", äußerte am Ende des Konzerts eine sichtlich verärgerte Zuschauerin.